SEV – Hintergründe und Zusammenhänge

Der Hauptgrund, weshalb der Zug planmäßig durch einen Bus ersetzt wird, sind zumeist geplante Bauarbeiten, die zu einer Streckensperrung führen. Hin und wieder kommt es auch vor, dass Busse als Ergänzung zum Zug eingesetzt werden, wenn sich Kapazitätsprobleme abzeichnen und auf der Schiene keine Erweiterungsmöglichkeiten bestehen.

Jede Bahnfahrerin oder Bahnfahrer wird mit ziemlicher Sicherheit irgendwann damit konfrontiert, dass ein Bus die reguläre Zugverbindung ersetzt. Zwar tut die Bahn vieles dafür, um einen Schienenersatzverkehr zu vermeiden. Bevorzugt werden Bauarbeiten so organisiert, dass möglichst mindestens ein Gleis befahrbar bleibt und so wenigstens ein eingeschränkter Bahnverkehr möglich ist. Sollte das jedoch ausgeschlossen sein, werden die Arbeiten auf die Nachtstunden oder das Wochenende gelegt, um möglichst wenigen Fahrgästen die Fahrt zu erschweren. Doch vor dem Hintergrund, dass im Netz der Bahn einerseits ein großer Nachholbedarf an Erneuerungen und Ausbauten besteht, andererseits auch das nötige Geld dafür zunehmend zur Verfügung steht, ist eher mit einer Ausweitung der Bautätigkeit und somit auch der Schienenersatzverkehre zu rechnen.

In aller Regel sind Bauarbeiten geplant und somit wird auch der Schienenersatzverkehr mit einem Vorlauf von Wochen bis Monaten geplant und kommuniziert.

Im Fernverkehr kommen Schienenersatzverkehre kaum vor. In der Regel lässt man den Zug dann eine andere Strecke fahren, die in der Fahrplanauskunft hinterlegt ist. Bei ganz großen und lang andauernden Baustellen wird der gesamte Jahresfahrplan darauf ausgelegt, sodass man als Reisender fast nichts davon mitbekommt.

Im Nahverkehr hingegen ist die Wahrscheinlichkeit groß, in einen Schienenersatzverkehr zu geraten. Auch hier sind in der Regel die veränderten Fahrzeiten, Gleisänderungen und die Umsteigebahnhöfe mitsamt des Busfahrplans in die Auskunft eingearbeitet.

Sie können sich unterwegs in einem Bus des Schienenersatzverkehrs in der Regel leider nicht darauf verlassen, aktuelle Anschlussinformationen zu bekommen. Das bedeutet: Wenn der Bus wegen Stau auf der Straße Verspätung bekommt, ist es eher unwahrscheinlich, dass der planmäßige Anschlusszug wartet, denn diese beiden Systeme bzw. das Personal stehen nicht oder kaum automatisiert miteinander in Verbindung. Letztlich hängt das Funktionieren des Schienenersatzverkehrs davon ab, dass er planmäßig verläuft. Wenn das nicht der Fall ist, sind spürbare Verspätungen wahrscheinlich.

Generell brauchen Schienenersatzverkehre eine Zeit lang, bis sie sich eingespielt haben. Erfahrungsgemäß ist das am zweiten, spätestens am dritten Tag der Fall. Dann funktionieren die Informationsflüsse normalerweise gut und die Schwachstellen wurden von den beteiligten Unternehmen entdeckt und beseitigt. Das bedeutet auch, dass ein wochenlang andauernder Schienenersatzverkehr verlässlicher ist als einer, der nur an einem Nachmittag oder Sonntag stattfindet.

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