Was Sie als Fahrgast bei Schienenersatzverkehr tun können

Vorbeugen

Zunächst ist es gut, sich darüber klar zu werden, was der Schienenersatzverkehr für Sie bedeutet. Erst wenn man ein ungefähres Bild hat, was einen dabei erwartet, kann die Entscheidung fallen, ob man dieses Angebot überhaupt wahrnehmen will. Dazu können Sie sich die folgenden Fragen stellen:

  • Um wie viel verlängert sich die Fahrzeit?
  • Wie großzügig sind die Umsteigezeiten? Wie weit ist es vom Bahnhof zur Bushaltestelle? Sind Straßen zu überqueren und Treppen zu überwinden?
  • Wird die Orientierung beim Umsteigen eher schwierig sein?
  • Werden die Fahr- und Umsteigezeiten vermutlich eingehalten? An Wochentagen zur Hauptverkehrszeit wird auf der Straße vielleicht Stau sein und somit sind vielleicht Anschlüsse in Gefahr. Auch Wetterverhältnisse können eine Rolle spielen, sei es beim Warten an einer abgelegenen Bushaltestelle im Winter oder wegen der Straßenverhältnisse.
  • Wie häufig fahren Bus und Anschlusszug für den Fall von Anschlussverlusten? Es ist ein Unterschied, ob es sich um einen 20-Minuten-Takt handelt oder ob nur alle 2 Stunden eine Verbindung besteht.
  • Wenn der SEV schwierig erscheint: Gibt es Alternativen?
    • eine andere Strecke fahren,
    • eine andere Zuggattung nutzen (z. B. Fernverkehr statt Regionalverkehr; oder Regionalverkehr statt S-Bahn),
    • einen anderen Tag wählen oder eine andere Uhrzeit.
    • Gibt es einen anderen Einstiegsbahnhof?
    • Ist es besser, nicht zu fahren oder mit einem anderen Verkehrsmittel?

 

Informieren und planen

Informationen über einen geplanten Schienenersatzverkehr werden auf vielen Kanälen kommuniziert:

  • Fahrplanauskunft des Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmens oder des Verkehrsverbundes über das Internet oder eine App wie dem DB Navigator;
  • Durchsagen in den Zügen schon Tage vor dem Schienenersatzverkehr;
  • Durchsagen in den Zügen während des SEV mit Umsteigehinweisen;
  • Anzeigen auf den Monitoren im Bahnhof;
  • Durchsagen in den Bahnhöfen;
  • Hinweise in Informationsvitrinen im Bahnhof.

Bei größeren Ersatzverkehren erfolgt in der Regel auch eine umfangreiche Presseberichterstattung im Vorfeld und/oder währenddessen.

Doch die entscheidenden Hinweise mit Detailinformationen kommen über folgende Informationskanäle:

  • Bauarbeiten in Zusammenhang mit Zügen der Deutschen Bahn: Website „Baubedingte Fahrplanänderungen“.
  • Die anderen Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen informieren jeweils über deren eigenen Internetauftritte.
  • Bauinformationen bei der DB gibt es ebenso im linienbezogenen Abonnement, außerdem existiert eine extra Baustellen-App. Vergleichbares bieten auch viele andere Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen.
  • Auch die Verkehrsverbünde stellen in aller Regel entsprechende Informationen für den Nahverkehr auf der Schiene bereit; die Inhalte sind grundsätzlich gleich, manchmal jedoch anders aufbereitet.

In diesen Detailinformationen erfahren Sie den Grund des Schienenersatzverkehrs, die Dauer, das Gesamtkonzept und nicht zuletzt auch die Lagepläne der Haltestellen.

Manchmal kann auch ein Anruf bei der Servicenummer des jeweiligen Verkehrsunternehmens weiterhelfen.

 

Unterwegs im Schienenersatzverkehr

Unterwegs gibt es folgende Orientierungshilfen:

  • Oft werden weitere Informationen an zentralen Orten in gedruckter Form ausgelegt und auf den betroffenen Bahnhöfen in Vitrinen ausgehängt. Diese enthalten häufig auch Lagepläne für den Fall, dass die Bushaltestelle nicht direkt am Bahnhof liegt.[iii]
  • Sie können auch andere (idealerweise erfahrene und ortskundige) Reisende oder das Bahnhofs- oder Zugpersonal fragen.
  • Auch Durchsagen in den Zügen oder im Bahnhof können weiterhelfen.
  • Es gibt auch Fälle, in denen Personal vor Ort eingesetzt wird, das den Schienenersatzverkehr organisiert und die Information gewährleistet.
  • Oft ist auch eine besondere Wegeleitung zur Bushaltestelle eingerichtet, die manchmal in die feste Wegeleitung integriert ist, manchmal aber auch auf Plakaten im Bahnhofsbereich zu finden ist. Dazu sind zwei unterschiedliche Zeichen in Gebrauch.
Das lilafarbene Zeichen „Ersatz“ ist inzwischen Standard in fast allen Bahnhöfen. Damit haben Sie schon einmal die grobe Richtung zum Bus.
Als zweites, alternatives Zeichen dient in einigen Gebieten / Medien bzw. bei einigen Verkehrsunternehmen das lilafarbene Sechseck mit der Aufschrift „SEV“ (oben in der Mitte des Fotos).

 

Allgemeine Hinweise

  • Wer einen Schienenersatzverkehr nutzt, sollte einen größeren Zeitpuffer einplanen als normal. Sinnvoll ist es auch, je nach Jahreszeit genug zu Essen und Trinken bzw. angemessene Kleidung mitzunehmen, weil Wartezeiten nicht besonders komfortabel zu überbrücken sind – häufig gibt es beispielsweise keine überdachte Wartemöglichkeit.
  • Toiletten sind im Bus und an den Bushaltestellen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vorhanden.
  • Auch wenn sich durch den Schienenersatzverkehr der zeitliche Aufwand verlängert, so handelt es sich dennoch um eine reguläre Verbindung. Ein Anspruch auf Entschädigungen im Rahmen von Fahrgastrechten besteht also nicht, solange der neue SEV-Fahrplan eingehalten wird.

 

Anmerkung

[iii] Für Bayern gibt es beispielsweise auch eine Stationsdatenbank unter Kurzlink-URL https://t1p.de/5sc5s+, in der Sie alle Lagepläne finden.

Nach oben scrollen