Planmäßig umsteigen

In Ihrer Verbindungsauskunft sind das Ankunftsgleis des ursprünglichen Zuges, das Abfahrtsgleis des Anschlusszugs und dessen Ziel dargestellt. Sie brauchen lediglich den Ausdruck des Reiseplans oder eine App mit der Verbindung. Schon vor Ankunft im Umsteigebahnhof sollten Sie diese Informationen griffbereit haben. Auch hilft es, zu wissen, ob der Umstieg eher knapp werden kann oder ob viel Zeit ist.

  1. Spätestens nach dem Aussteigen ist folgende Information wichtig: Von welchem Gleis fährt der Anschlusszug ab?
  2. Orientierung: Wo geht es zum Gleis, an dem der Anschlusszug abfährt?
    • Der einfachste Fall: Der Anschlusszug fährt etwas später am gleichen Gleis ab.
    • Ebenfalls sehr einfach ist der Umstieg in einen Zug am Gleis gegenüber.
    • Zeitaufwendiger sind Umsteigebeziehungen zu weiter entfernten Gleisen mit Unter- oder Überführungen, also beispielsweise von Gleis 3 nach 9 oder von Gleis 4 nach 2.
    • Noch zeitaufwendiger ist das Umsteigen zwischen verschiedenen Bahnhofsteilen, wo die Entfernungen größer sind und keine direkten Sichtbeziehungen bestehen. Beispiel: In München Hbf von Gleis 5 („Holzkirchener Flügelbahnhof“) nach Gleis 32 („Starnberger Flügelbahnhof“ sind Sie 10 bis 15 Minuten lang unterwegs. Oder in Köln-Messe/Deutz von Gleis 10 nach Gleis 11 – diese liegen scheinbar zwar nebeneinander, befinden sich aber in unterschiedlichen Stockwerken.
  3. Zum Gleis gehen, an dem der Anschlusszug abfährt. Orientierung bietet die Wegeleitung mit den Gleisbezeichnungen.
  4. Am neuen Gleis angekommen: Am Monitor vergewissern, dass es der richtige Zug ist, oder auf Durchsagen achten. Dazu brauchen Sie die Information, wann und wohin der Anschlusszug fährt. Auch die Zugnummer hilft alternativ.
  5. Bei Bedarf den Bahnsteigabschnitt aufsuchen, wo der Wagen mit dem reservierten Platz hält oder wo Sie sich bessere Möglichkeiten auf einen bequemen Sitzplatz ausrechnen.

 

Knappe Anschlüsse

Anschlüsse aus der Fahrplanauskunft sind für alle, die gut zu Fuß sind und sich zügig orientieren können, problemlos machbar.

Knapp wird es bei Verspätungen und für Reisende

  • mit viel Gepäck,
  • die zwingend auf Rolltreppe oder Aufzug angewiesen sind
  • oder nur langsam gehen können.

Dann gilt es, bereits bei der Reiseplanung die Umsteigezeiten zu erhöhen. Wie das funktioniert, haben Sie im Kapitel „Umsteigezeiten beurteilen und verändern“ bereits erfahren.

 

Umsteigen ist Erfahrungssache

Mit zunehmender Erfahrung wird das Umsteigen einfacher. Es wird im Lauf der Zeit nicht nur klar, worauf zu achten ist, es gibt in manchen Bahnhöfen auch Möglichkeiten, das Umsteigen zu erleichtern oder zu beschleunigen. Dazu folgende Beispiele:

Wege im Umsteigebahnhof verkürzen:

    • Im Kopfbahnhof Frankfurt (Main) Hbf gibt es zusätzlich eine Unterführung, die jedoch nicht in der Verbindungsauskunft berücksichtigt wird. Die Zeitersparnis liegt bei gut 2 bis 3 Minuten.
    • In einem Wagen zu sitzen, der direkt bei der Unterführung oder nahe am Querbahnsteig hält, spart beim Umsteigen Minuten.
    • Eine andere Unterführung wählen, die nicht von so vielen Menschen genutzt wird, kann das Umsteigen vereinfachen und beschleunigen.

Einen anderen Umsteigebahnhof nutzen:

    • Berlin Südkreuz statt Berlin Hbf: Bei einer Fahrt Erfurt–Wannsee dauert das Umsteigen in Berlin Hbf mindestens 10 Minuten. Als alternativer Umsteigebahnhof kommt Berlin Südkreuz in Betracht, so lassen sich ca. 5 Minuten Umsteigezeit und ein langer Weg einsparen.
    • Wer aus Richtung Salzburg oder Mühldorf kommt und weiter ins Bayerische Oberland will, wird laut Fahrplanauskunft in München Hbf umsteigen, wo der Fußweg rund 15 Minuten dauert. Alternative: In München Ost in die S-Bahn umsteigen und in München Donnersbergerbrücke in die Oberlandbahn. 1-mal mehr Umsteigen, aber kürzere Wege.
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