Die Erreichbarkeit von Bahnsteigen

Je nach Lage und Alter des Bahnhofs, Zahl der Gleise und den finanziellen Möglichkeiten sind Bahnsteige ganz unterschiedlich zu erreichen.

  • Ebenerdig: Das sind die am bequemsten zu erreichenden Bahnsteige. Es gibt keine oder nur geringe Höhenunterschiede. Man steigt aus dem Bus oder vom Fahrrad und kann nach ein paar Metern in den Zug steigen. Das ist oft bei neuen Bahnhöfen der Fall, die als Verknüpfungspunkt zur Straße oder zu einem anderen Verkehrsmittel ausgebaut sind. Oder bei Kopf- bzw. Sackbahnhöfen wie Frankfurt (Main) Hbf und München Hbf. Und bei vielen Bahnhöfen, die an eingleisigen Strecken liegen.
  • Rampen: Wenn eine Bahn in Hochlage auf einem Damm, auf Stützen oder einer Brücke liegt, dienen oft lange Rampen als Zugänge: Sehr mühsam mit Gepäck oder für Mobilitätseingeschränkte. Beispiele: Kassel-Wilhelmshöhe, Aying, Waren (Müritz) oder Neustadt (Aisch) Mitte.
  • Treppen mit oder ohne Unterführung: Dieser Fall kommt sehr häufig vor. Geeignet nur für diejenigen, die gut zu Fuß sind, denn die Höhenunterschiede können beträchtlich sein.
  • Überführung: Das ist in Deutschland ein relativ seltener Fall. Der Unterschied zur Unterführung besteht nur darin, dass Sie eine bessere Aussicht haben und dass eine Überführung oft ein besseres Gefühl hervorruft als eine Unterführung, weil sie tendenziell überschaubarer und sauberer ist. Prominente Beispiele dafür sind Hamburg Hbf, Kassel-Wilhelmshöhe, Frankfurt Flughafen Fernbahnhof und Regensburg Hbf.
  • Aufzüge oder Rolltreppen: Wer etwas weniger gut zu Fuß ist oder viel Gepäck dabeihat, ist in Bahnhöfen mit Unter- oder Überführung auf diese technischen Einrichtungen angewiesen. Deutlich längere Wegezeiten sind die Folge.
  • Gleisübergänge: Das ist in Deutschland ein inzwischen seltener Weg zum Bahnsteig und nur noch an wenigen Bahnhöfen möglich. Dazu braucht man entweder eine technische (Signal, Schranke) oder menschliche Sicherung (fachkundiges Bahnpersonal). Oder der Fahrplan ist bei eingleisigen Strecken mit Kreuzungsbahnhof so geplant, dass eine gefährliche Situation ausgeschlossen ist. Wenn vorhanden, dann ist dieser Weg recht bequem. Beispiele: die Bahnhöfe Kreuzstraße, Obstfelderschmiede, Haarhausen, Zaisenhausen oder Bruckmühl.
Rampen zur Herstellung der Barrierefreiheit gibt es auch an manchen Überführungen. Wie hier in Konstanz-Wollmatingen werden die Wege dann sehr lang.
Im Bahnhof Kreuzstraße ist der Wechsel zwischen den Bahnsteigen nur über die Gleise möglich. Ganz rechts ist Gleis 1, in der Mitte Gleis 2 und ganz links, kaum sichtbar, Gleis 3. Die Bahnsteige sind versetzt angeordnet. Die Sicherungsmaßnahmen sind teilweise erkennbar: Auf Gleis 1 ganz rechts muss das Signal auf „Halt“ stehen, ebenfalls auf Gleis 2, damit Fahrgäste über den Übergang gehen dürfen. Ferner müssen die Fahrgäste einen kleinen Umweg von und zum Bahnsteig an Gleis 1 in Kauf nehmen: Sie dürfen nicht geradeaus schienenparallel zum Überweg gehen, sondern müssen ganz auf die rechte Seite ausweichen.
Eine Überführung in Marktschorgast (Oberfranken)
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