Die Vermarktung der Bahnhöfe

Damit die Bahnhöfe überhaupt betrieben werden können, muss Geld in die Kassen von DB InfraGO AG fließen. Kosten fallen beispielsweise an für Reinigung, Strom, Rolltreppen und Aufzüge und deren Wartung, Installation der Wegeleitung, Sicherheit, Entwässerung, Datenkabel, Monitore, Lautsprecheranlagen, Sicherheitsdienste und vieles mehr. Die Bahnhöfe finanzieren sich neben Zuschüssen der öffentlichen Hand für Investitionen insbesondere aus folgenden Quellen:

  • Stationspreise, die die Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen an DB InfraGO AG bezahlen;
  • Werbeeinnahmen, die über den Werbepartner Ströer CORE GmbH & Co. KG fließen;
  • Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung von Flächen in den Bahnhöfen, z. B. für Gastronomie, Einkaufsläden, Toilettenanlagen, Automaten oder Lounges.

Aktuell kommt, wie erwähnt, ein Teil der Kosten über die sogenannten Stationspreise hinein. Die Stationspreisliste umfasst sieben verschiedene Preisklassen, die vom Standard des Bahnhofs, vom Bundesland und von der Nutzung durch Nah- oder Fernverkehr abhängen. Beispielsweise kostet ein einziger Halt in Aachen Hbf durch einen Fernverkehrszug 51,87 Euro (2024) und in Berge auf Rügen 89,83 Euro. Einer der teuersten Bahnhofshalte ist aktuell Potsdam Hbf mit 112,21 Euro pro Halt, wohingegen viele kleine Bahnhöfe im Nahverkehr nur um die 2 – 3 Euro je Halt kosten; der kostengünstigste Bahnhof ist Lörzenbach-Fahrenbach im Odenwald mit 1,74 Euro je Zughalt.[i] Diese Stationspreise zahlen die Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen an DB InfraGO AG, wobei die Kosten letztlich auf den Fahrpreis umgelegt werden. Dies funktioniert ähnlich wie beim Trassenpreissystem, auch die Kritikpunkte sind vergleichbar.

 

Anmerkung

[i]         Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Aktuelle Stationspreislisten.
Kurzlink-URL https://t1p.de/427i+ (Stand 27.2.2024).

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