Gerade und gekrümmte Bahnsteigkanten

Idealerweise sind Bahnsteige ganz gerade gebaut. Umgekehrt wird nach Möglichkeit vermieden, Bahnhöfe dort anzulegen, wo das Gleis einen Bogen beschreibt. Das hat ganz praktische Gründe: Je nach Abfertigungsverfahren[i] sind gekrümmte Bahnsteige, die in einer Kurve liegen, sehr schwer zu überblicken, und man braucht dann entweder eine besondere technische Ausstattung, Spiegel oder mehr und qualifiziertes Personal. Die Zugabfertigung hat ganz praktische Auswirkungen auf die Reisenden und ist eng mit Themen der Sicherheit und Pünktlichkeit verbunden.

Wer an einem gekrümmten Bahnsteig einsteigt, wird merken, dass dieser unübersichtlich wirkt und dass es ein seltsames Gefühl ist, nur einen Teil des Zuges sehen zu können. Beispiele für solche Bahnsteige: in den Bahnhöfen Köln Messe/Deutz Gleise 11/12, Gießen, Hagen Hbf, Lindach im Odenwald oder München-Karlsplatz, wobei Letzterer gar eine Doppelkurve beschreibt.

 

Anmerkung

[i]         Bei der Abfertigung geht es darum, die Abfahrbereitschaft des Zuges herzustellen: Alle Türen müssen verschlossen und es darf kein Mensch oder Gegenstand eingeklemmt sein. Und das Fahrpersonal braucht ein eindeutiges Signal, dass es abfahren darf.

Gekrümmte Bahnsteige wie hier in Nürnberg Hbf erschweren die Orientierung für die Fahrgäste und stellen die Abfertigung der Züge vor besondere Herausforderungen.
Hier am Beispiel eines Bahnsteigs in München Hauptbahnhof (Gleis 9) wird deutlich, wie unübersichtlich es an einem gekrümmten Bahnsteig werden kann.
In seltenen Fällen gibt es auch Sonderformen von gekrümmten Bahnsteigen, wie hier in Rotterdam, wo offenbar aus Platznot der Bahnsteig der Lage der Weichen angepasst wurde.

 

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