Größe von Bahnhöfen

Es ist auch charakteristisch für das Bahnnetz, dass sich teils ganz andere räumliche Schwerpunkte entwickelt haben als im Straßennetz. Es gibt etliche Knotenbahnhöfe, die im Bahnnetz eine große Bedeutung besitzen, wohingegen die zugehörige Stadt eher kleiner ausfällt. Einige Beispiele:

  • Der Bahnhof Altenbeken vereinigt 4 Bahnstrecken und hat 10 Gleise. Die zugehörige Stadt hat jedoch weniger als 10.000 Einwohner.
  • Kreiensen mit knapp 2.500 Einwohnern hat ebenfalls 4 Bahnstrecken zur Auswahl und der Bahnhof verfügt über 6 Gleise.
  • Gießen hat für seine 87.000 Einwohner einen Bahnhof mit 11 Gleisen, dort kommen 4 Bahnstrecken zusammen und 11 Bahnlinien.
  • Stendal (40.000 Einwohner) verfügt über einen Bahnhof mit 8 Gleisen für 12 Linien und 5 Strecken.
  • Treuchtlingen hat 7 Gleise, 3 Eisenbahnstrecken und 10 Bahnlinien für die etwa 13.000 Einwohner. Hinzu kommt dann noch ein gutes Dutzend Gleise für den Güterverkehr.

Umgekehrt gibt es auch sehr kleine Bahnhöfe für relativ große Städte. Auch hier ein paar Beispiele:

  • Bonn Hbf hat nur 5 Gleise für 2 Strecken und 14 Bahnlinien. In der Stadt jedoch wohnen 325.000 Einwohner.
  • Die Landeshauptstadt Schwerin hat für 95.000 Einwohner 4 Gleise, die brandenburgische Hauptstadt Potsdam für 175.000 Einwohner 6 Gleise.
  • Reutlingen Hbf und Bottrop Hbf besitzen jeweils gar nur 3 Gleise (rund 115.000 Einwohner).
  • In Remscheid stehen den 110.000 Einwohnern nur 2 Gleise zur Verfügung, in Bergisch Gladbach mit ähnlicher Einwohnerzahl gibt es gar nur ein einziges Gleis.
  • Der Bahnhof München-Marienplatz hat gerade mal 2 Gleise, doch dort steigen werktäglich rund 200.000 Fahrgäste ein.

Natürlich sagt die Zahl der Gleise nicht unbedingt etwas über das Zugangebot aus. Doch es kommt beim Bahnverkehr immer wieder zu auffälligen Diskrepanzen zwischen der Größe des Bahnhofs und der Größe der zugehörigen Stadt.

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