Häufige Schilder und Lichtsignale

Die Signale stehen an der Bahnstrecke, in der Regel rechts vom jeweiligen Gleis, in Fahrtrichtung gesehen. Außer den Lichtsignalen können Sie an den Bahnstrecken zahlreiche Schilder während Ihrer Fahrt erkennen. Signale zeigen „Halt“ oder „Fahrt“ oder kündigen eine Langsamfahrt an, sie zeigen die Signalstellung des folgenden Signals, sie regeln temporär z. B. bei Baustellen oder Gleismängeln die Geschwindigkeit oder geben einen Gleiswechsel bekannt. Alle Signale haben bestimmte Abkürzungen, damit man sich – beispielsweise zwischen Fahrdienstleitung und Fahrpersonal – schnell und eindeutig verständigen kann.

Für Ihre tägliche Bahnfahrt müssen Sie selbstverständlich keine Signale kennen, außer dem Abfahrtspfiff. Aber es ist von Vorteil, wenn Sie einige interpretieren können. Hier finden Sie einige Signale und deren Abkürzungen:

  • Die Haltetafel (Kürzel: Ne 5) am Bahnsteig, bei der Sie sehen, wo sich der Zuganfang am Bahnsteig befindet.
  • Der Fahrtanzeiger zeigt, ob der im Bahnhof stehende Zug grundsätzlich abfahren kann, weil das anschließende (ggf. nicht von diesem Standort sichtbare) Signal „Fahrt“ zeigt. Sie finden dieses Zeichen an etlichen Bahnsteigen, es ist ziemlich unauffällig.
  • Das Abfahrtsignal Zp 9 in Bahnhöfen. Wenn dieses leuchtet, können Sie den Zug nicht mehr betreten, da dieser abfahrbereit ist. Dieses Signal steht weiter vorn am Bahnsteig, wo sich die Zugspitze befindet.
  • Ein rotes Signal (Hp 0) bedeutet immer: Halt.
  • Neben dem allseits bekannten roten Lichtsignal gibt es auch sogenannte Ersatzsignale. Sollte ein haltzeigendes Signal gestört sein, dann kann der Lokführer/die Lokführerin unter ganz bestimmten Voraussetzungen trotzdem fahren. Dazu dient dann das unscheinbare Ersatzsignal Zs 1, bestehend aus drei weißen Lichtern oder einem blinkenden, weißen Licht.
  • Wenn im Bahnhof aus einer Zugfahrt eine Rangierfahrt wird, gibt es ein besonderes Signal namens Sh 1: Hier wird mittels zwei weißer Lichter signalisiert, dass das rote, haltzeigende Signal Hp 0 für Rangierfahrten aufgehoben ist. Die Lokführerin/der Lokführer fährt dann trotz des roten Signals los, was auf den ersten Blick wie ein Fehler aussehen mag.
  • Aktuell zulässige Geschwindigkeiten stehen entweder auf Schildern oder werden mittels Lichtanzeigen dargestellt. Um Ziffern zu sparen, wird die Zahl immer mit 10 multipliziert – so errechnet sich die zulässige Geschwindigkeit. Eine „6“ bedeutet also 60 km/h Höchstgeschwindigkeit., eine „13“ somit 130 km/h. Diese Schilder werden oft auch in Baustellenbereichen aufgestellt und nach deren Beendigung wieder abgebaut.
  • Wenn die Oberleitung am Übergang zu einer nicht elektrifizierten Strecke endet, ist dort immer das auffällige blau-weiße, auf die Spitze gestellte quadratische Schild zu sehen, das sich manchmal am Boden, manchmal aber auch auf Höhe der Oberleitung befindet. Es bedeutet: Halt für Fahrzeuge mit gehobenem Stromabnehmer (El 6).
Der Fahrtanzeiger (Sp 3) ist kein echtes Signal, sondern gilt als Orientierungszeichen für das für die Zugaufsicht verantwortliche Personal.

 

Das grüne Signal Hp 1 links zeigt „Fahrt“ an. Rechts das Abfahrtsignal Zp 9: Der Zug ist abgefertigt und darf ab-fahren.

 

Die beiden weißen Lichter (Sh 1) signalisieren, dass der Lokführer trotz des halt-zeigenden Signals Hp 0 fahren darf und die Zugfahrt anschließend in eine Rangierfahrt übergeht. Außerdem sehen Sie am Zug selbst das Zugschlusssignal Zg 2: Hier erkennen Sie im wahrsten Sinne des Wortes die Rücklichter des Zuges und können daraus auf dessen Fahrtrichtung schließen.

 

Bahnhof Tuttlingen: An dem nach rechts führenden Gleis endet die Oberleitung.
Hp 0 – Halt. Auf allen 4 Gleisen.
Halt (Hp 0) – auf allen Gleisen mit roten Signalen. Hp 1 – Fahrt auf Gleis 2 mit dem grünen Signal. Das schräg gestellte grüne Signal ist das Vorsignal Vr 1: Fahrt mit Buchfahrplangeschwindigkeit am nächsten Hauptsignal erwarten. Das weiße Licht am grünen Vorsignal bedeutet: Achtung, verkürzter Bremswegabstand.

 

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