Die Trennung von Verkehren im Netz

Auf den bisherigen Seiten ging es bisher mehr um die sichtbaren Bestandteile des Eisenbahnnetzes. Doch es gibt auch Zusammenhänge und Eigenschaften des Netzes, die weniger offenkundig sind.

Ein wichtiges Prinzip ist die Trennung verschiedener Zuggattungen im Netz, soweit das nötig und möglich ist. Angestrebt wird, dass verschiedene Zuggattungen wie S-Bahn und ICE verschiedene Strecken nutzen, damit sie sich einander nicht stören. Denn der Fernverkehr ist nicht nur auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, sondern er hält auch viel seltener. Und wenn er hält, dann aber wesentlich länger als eine S-Bahn. Deswegen gibt es das Ziel, dass der S-Bahnverkehr eigene Gleise nutzt.

Dies gilt auch für den Güterverkehr. Dieser fährt zwar in der Regel auch nur mit wenig Halten, ist allerdings deutlich langsamer als der Fernverkehr. Hinzu kommt, dass ein ICE Steigungen besser bewältigt und wesentlich schneller beschleunigt als ein Güterzug.

Es ist also das Bestreben, diesen sogenannten Mischverkehr zu vermeiden. In der Realität ist das jedoch längst nicht erreicht; so kommt es im Netz der DB ständig vor, dass sich die verschiedenen Zuggattungen gegenseitig behindern – zwar nicht planmäßig, aber insbesondere bei Verspätungen und Bauarbeiten.

Die Trennung erfolgt auf verschiedene Art und Weise:

  • Mehrgleisige Strecken: beispielsweise zwei S-Bahn-Gleise und zwei Gleise, die für die restlichen Verkehre vorgesehen sind.
  • Zeitliche Trennung: Güterverkehr lässt man vorzugsweise nachts fahren, damit er den Personenzügen nicht so sehr in die Quere kommt und ungehindert und konstant in seiner häufig relativ niedrigen Geschwindigkeit fahren kann. So ist die Schnellfahrstrecke Würzburg–Hannover nachts für den Güterverkehr reserviert, tagsüber für den Personenverkehr.
  • Bevorzugung bestimmter Verkehrsarten auf fest definierten Streckenabschnitten: Beispielsweise ist im Mittelrheintal die rechte Rheinstrecke eher dem Güterverkehr und den langsameren Regionalbahnen vorbehalten und die linke Rheinstrecke den schnelleren Intercityzügen und Regional-Expresszügen.

Letztlich geht es darum, die Kapazität des Netzes voll auszuschöpfen, und das geht mit ähnlichen oder gleichen Verkehren auf einem Gleis deutlich besser.

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