Investitionen in die Qualität des Schienennetzes

Insgesamt besitzt Deutschland ein Schienennetz, das sehr hohen Belastungen ausgesetzt ist und diesen in der Regel auch standhält. Auch wenn in den Medien nicht selten von einem „maroden“ Netz die Rede ist, dann schwingt dort die Enttäuschung mit, dass nicht alles und immer und überall perfekt ausgebaut ist und funktioniert und dass der Erneuerungsbedarf immens ist. In Relation zu sehr vielen Ländern auf der Welt ist in Deutschland trotz allem ein sehr leistungsfähiges und sicheres Netz vorhanden, auf dem ein enorm dichter Zugverkehr stattfindet.

Dennoch besteht aber auch kein Zweifel an der Tatsache, dass in Deutschland die Investitionen in Erhalt und Ausbau des Netzes im europäischen Maßstab sehr gering sind. So investierte Deutschland 2022 pro Kopf etwa 114 Euro in die Schieneninfrastruktur, während es im gleichen Jahr in Schweden 245 Euro waren und in der Schweiz 450 Euro. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im hinteren Drittel, und das ist keine zufällige, einmalige Beobachtung, sondern hat durchaus Tradition.

Auch kann man sich vortrefflich darüber streiten, ob das vorhandene Geld in Deutschland in die richtigen Projekte investiert wird. Oft stehen die Großprojekte in der Kritik, die enorm viel Geld kosten und in der Regel auch signifikant teurer sind als der ursprüngliche Plan.

Beispielsweise werden für die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg–Erfurt nach Informationen der Deutschen Bahn rund 10 Mrd. Euro investiert. Oder die 2. Stammstrecke in München: Ursprünglich geplant waren 3,8 Mrd. Euro, inzwischen wird mit 7 Mrd. Euro Investitionen gerechnet.

Klar ist aber auch: Wenn eine solche Strecke erst mal in Betrieb ist, will sie keiner mehr missen. Das deutsche Schienennetz ohne die Schnellfahrstrecken Würzburg–Hannover und Köln–Frankfurt ist schlicht undenkbar, auch die schnellen Trassen nach Berlin stehen nicht mehr in der Kritik.

Andererseits werden Sie auf Ihren Fahrten immer wieder erleben, dass die bereits genannten Langsamfahrstellen den Fahrplan spürbar beeinflussen, dass es zu Verspätungen aufgrund von technischen Störungen und zu geringer Flexibilität des Netzes kommt, und dass sehr viele Baustellen die Fahrt durch Umleitungen und eingleisigen Betrieb beeinflussen.

Um die Schieneninfrastruktur langfristig zu sichern und auszubauen, gibt es entsprechende Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen.

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