Gültigkeit von Fahrplänen

Der Jahresfahrplan gilt immer für ein Jahr, von einem Fahrplanwechsel zum nächsten. Den genauen Termin hat die EU-Kommission im Jahre 2002 festgelegt: „Der Wechsel des Netzfahrplans erfolgt am zweiten Samstag im Dezember um 24 Uhr.“[i]

Hier finden die größeren Fahrplanänderungen statt, die jedoch sehr unterschiedlich ausfallen können. Es gibt Jahre, in denen sich relativ wenig verändert und die Änderungen eher im Minutenbereich liegen oder einzelne Züge hinzukommen oder Anschlüsse optimiert werden.

Es gibt aber auch Jahresfahrpläne, bei denen sich netzweit die Gesamtstruktur ändern kann, wenn große Infrastrukturvorhaben wirksam werden, wie beispielsweise die Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Nürnberg und Erfurt 2018 bzw. zwischen Erfurt und Leipzig/Halle 2015. In diesen Fällen wurden ganz neue Linienführungen in Deutschland möglich. Die Fahrzeiten verkürzten sich so deutlich, dass die Fahrpläne nicht nur im Fernverkehr bahnweit angepasst wurden. Seitdem ist auch Erfurt Hbf ein ICE-Knotenbahnhof.

Vergleichbares wird geschehen, wenn der neue Hauptbahnhof von Stuttgart mitsamt den neuen Bahnstrecken in Betrieb geht.

Ergänzend zum großen Fahrplanwechsel gibt es dazwischen auch einen „kleinen Fahrplanwechsel“ am zweiten Samstag im Juni. Dieser ist eher den kleineren Korrekturen und Optimierungen vorbehalten.

Diesen Jahresfahrplan sehen die Fahrgäste dann im Internet in der Fahrplanauskunft, als Fahrplanaushang in den Bahnhöfen, als gedruckten Linienfahrplan oder als Kursbuch. In Wirklichkeit unterliegt dieser Jahresfahrplan immer wieder Änderungen, die oft auf kurzfristig geplante Baustellen zurückzuführen sind. Solch ein Baustellenfahrplan gilt dann für einen bestimmten Zeitraum und ist örtlich begrenzt. Wenn die Bauarbeiten beendet sind, kehrt das Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen zum Jahresfahrplan zurück.

Somit ist dieser Jahresfahrplan die Basis, von der aus anschließend weitere Fahrpläne erstellt werden, die in der Regel lokal und zeitlich begrenzt wirksam sind. Vor dem Hintergrund, dass Bauarbeiten im Streckennetz der DB InfraGO AG sehr häufig vorkommen und oft auch gravierende Auswirkungen haben, ist es absolut empfehlenswert, sich immer die aktuellsten Fahrpläne aus dem Internet abzurufen.

Züge fahren oft täglich oder werktäglich, manche nur an Sonntagen, andere wiederum nur an Samstagen. Der Fachbegriff dahinter lautet Verkehrstage. Hintergrund der einschränkenden Verkehrstage sind oft die Verkehrsnachfrage oder Baustellen.

Im Fahrplan könnte dann beispielsweise stehen: „Mo–Fr ab 1. Mär, nicht 19., 22. Apr, 1., 30. Mai.“ Diese Hinweise fallen jedoch manchmal noch deutlich differenzierter aus, sodass es nicht mehr verständlich ist. Beispiel: „So–Fr bis 29. Mär Mo–Fr vom 1. Apr* Fr, So bis 29. Mär, auch 26. Dez, 1. Jan; nicht 23., 30. Dez, auch Fr vom 5. Apr, auch 18., 22. Apr, 29. Mai; nicht 19. Apr, 31. Mai weiter nach Hamburg Hbf *auch 22., 29. Dez, 2., 9. Feb; nicht 24., 25., 31. Dez.“[iii]

In solchen Fällen ist es besser, die Fahrplaninformation aus dem Internet abzurufen.

 

Anmerkungen

[i]    Europäische Union (Hrsg.): ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 23. Oktober 2002, Aktenzeichen K (2002) 3997.
Kurzlink-URL: https://t1p.de/fhju+ (Stand 2.3.2024).

[iii]   Aus dem Abfahrtsplan 2019 von München Hbf, Anmerkung zum ICE 705 um 17.05 Uhr nach Hamburg/Berlin.

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