Optimierung von Zugumläufen

Bei der Bestellung der Fahrpläne im Nahverkehr legen die Bestellerorganisationen[i] Wert darauf, dass das Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen die Fahrzeugumläufe optimiert, denn das bedeutet einen geringeren Fahrzeugeinsatz und somit geringere Kosten.

Die Optimierung wird u.a. planerisch vorgenommen und kann sehr tiefgehende Überlegungen beinhalten. Immer geht es darum, ein Optimum zu finden zwischen Fahrplanstabilität / Zuverlässigkeit auf der einen Seite und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite. Es gibt viele Rahmenbedingungen, die darauf einwirken, davon haben Sie jetzt schon einiges erfahren.

Doch die Optimierung der Umläufe ist nicht nur ein planerisches Thema, sondern kann auch weitere Aspekte beinhalten:

  • Es wird ein Fahrzeug eingesetzt, das eine bessere Beschleunigung aufweist, sodass ein Umlauf z. B. in 56 Minuten gefahren werden kann statt in 61 Minuten. Im ersten Fall ist ein Stundentakt mit einem Fahrzeug möglich, im anderen braucht man entweder zwei Fahrzeuge oder es gibt keinen Stundentakt.
  • Es kann auch sein, dass eine Strecke so ausgebaut wird, dass die Züge etwas schneller fahren können, um eine derartige Optimierung durchführen zu können. Oder umgekehrt: Sie wird nicht teuer ausgebaut, weil ein Zeitgewinn nur längere Aufenthaltszeiten bei der Wende bedeutet. Weil aber dadurch keine Fahrzeugeinsparung zustande kommt, ist eine Erhöhung der Streckenhöchstgeschwindigkeit nicht so einfach wirtschaftlich darstellbar.

In diesem Kapitel haben Sie nun gesehen, welche Überlegungen hinter dem Bahnbetrieb stecken können. Auch wenn diese Gedanken in der Regel kaum bekannt sind, basiert ein guter Teil des Eisenbahnverkehrs genau auf solchen Optimierungsüberlegungen.

Doch damit nicht genug. Es fehlt jetzt noch ein weiterer großer Bestandteil der Planung: die Personalplanung.

 

Anmerkung

[i]    Zum Thema der Bestellerorganisationen siehe Kapitel „Regionalisierungsgesetz“.

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