Gleisbelegungsplan

Zum Abschluss dieses Kapitels über die Planung erfahren Sie noch etwas über einen kleineren, dennoch sehr bedeutsamen Bereich: die Planung der Gleisbelegung. Jeder Zugfahrt ist an jedem Haltebahnhof ein festes Gleis zugeordnet, das auch in der Fahrplanauskunft im Internet, auf gedruckten Abfahrtsplänen und über Monitore in den Bahnhöfen kommuniziert wird. Dahinter steht die Planung der Gleisbelegung.

Aus bahninterner Sicht ist die Planung der Gleisbelegung eine notwendige Voraussetzung, Züge pünktlich zu planen und zu fahren.

Nicht jeder Zug kann zu jeder Zeit an jedem Bahnsteig halten. Folgende Abhängigkeiten gibt es, die bei der Planung zu beachten sind:

  • Belegung durch andere Züge,
  • Zug- und Bahnsteiglänge,
  • Aufenthaltszeit am Bahnsteig,
  • Barrierefreiheit: Bahnsteighöhe soll zur Einstiegshöhe des Zuges passen,
  • die wichtigste Umsteigebeziehung findet am Bahnsteig gegenüber statt,
  • Durchgängigkeit des Angebots: Idealerweise sollen Züge einer Linie immer am gleichen Bahnsteig abfahren, denn das erleichtert die Kommunikation und die Orientierung.

Bahnintern wird die Gleisbelegung mittels der sogenannten Bahnhofsfahrordnung (auch: Gleisbelegungsplan) visualisiert. Diese Pläne existieren für alle Bahnhöfe und sonstigen Betriebsstellen. Zeitlich wie räumlich werden damit die dort verkehrenden Züge dargestellt.

Sie finden einige (ältere) Beispiele für Gleisbelegungspläne im Internet:

Unabhängig vom Alter: das Prinzip ist offenbar über die ganzen Jahrzehnte gleich geblieben.

Bei optimalen Taktfahrplänen wiederholt sich die geplante Gleisbelegung in einem bestimmten Intervall, beispielsweise jede Stunde. Es gibt in der Realität allerdings bestimmte „Störfaktoren“:

  • Züge, die nicht im Takt verkehren, bringen die Regelmäßigkeit durcheinander. Beispielsweise sorgen Nachtzüge oder Güterzüge für geplante Abweichungen, die aus Fahrgastsicht natürlich lästig sind.
  • Ebenfalls sind zu den Hauptverkehrszeiten nicht nur längere Züge unterwegs, sondern auch deutlich mehr. So kann aus einem Stundentakt ein Halbstundentakt werden, und diese Züge müssen ebenfalls irgendwo im Bahnhof untergebracht werden, wo sie sinnvollerweise hinpassen. Das kann im Einzelfall bei größeren Bahnhöfen auch an ganz anderen Stellen sein, als man es normalerweise erwarten würde.
  • Bei Verspätungen können die üblichen Bahnhofsgleise bereits belegt sein.
  • Und bei Bauarbeiten stehen Gleise gar nicht zur Verfügung. Die Züge können dann wegen fehlender Weichenverbindung nicht am sonst üblichen Gleis ankommen oder abfahren. Das ist normalerweise kein Problem, denn geplante Bauarbeiten sind vollständig durchgeplant. Problematisch ist dann eher die Kommunikation. Gerade im Berufsverkehr, wo nur wenige Fahrgäste auf den Fahrplan schauen, kommt es zu Überraschungen, bei denen auch mal ein Zug verpasst wird.

Sie erkennen, dass die tiefgreifende und allumfassende Planung das besondere Merkmal des Bahnsystems ist. Dafür gibt es beim Autoverkehr, wo fast jede Bewegung spontan, ungeplant und ohne echte durchgreifende Steuerung abläuft, keinerlei Parallelen.

Die Bahn ist deswegen grundsätzlich ein extrem verlässliches Verkehrsmittel. Der eingangs erwähnte Spruch „Pünktlich wie die Eisenbahn“ ist nun auf planerischer Ebene mit Inhalt gefüllt. Dass die Realität von der Planung abweichen kann, ist allseits bekannt, darüber gibt es auf dieser Webseite hinreichend Informationen: Der ganze Menüpunkt „Unregelmäßigkeiten“ befasst sich nur mit Abweichungen vom Plan im Bahnsystem und welche Möglichkeiten es gibt, damit am besten umzugehen.

 

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