Beförderungsbedingungen anderer EVU

Soweit die Informationen zu den Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn Regio AG und Fernverkehr AG. Die Bedingungen anderer Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen unterscheiden sich davon vorwiegend im Umfang und dem Detaillierungsgrad, inhaltlich jedoch eher in Nuancen.

Hier einige willkürlich herausgezogene Aspekte und Beispiele, um ein Gefühl für weitere Regelungen zu bekommen:

Die erixx GmbH, die als Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen einige Strecken in Niedersachsen betreibt, mag als erstes Beispiel dienen. Deren Beförderungsbedingungen umfassen Stand 2023 nur 20 Seiten und das meiste kennen Sie schon von der DB oder aus der EVO. Interessant ist, wie exakt dort in Punkt 1 ganz klar der Geltungsbereich abgegrenzt wird, weil dieses Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen in mehreren Tarifverbünden unterwegs ist. Punkt 2.2.1 bezieht sich auf Rollatoren, die aus Sicherheitsgründen während der Fahrt nicht als Sitzplatz genutzt werden dürfen. Die Bestimmungen zum erhöhten Beförderungsentgelt sind auf einer ganzen Seite (Punkt 1.5) sehr ausführlich beschrieben.

Neben den eigenen Beförderungsbedingungen verweist das Unternehmen dann auf insgesamt 6 Tarifverbünde bzw. Tarifgeber, deren Regelungen gelten, sobald der Zug in den jeweiligen Tarifgebieten unterwegs ist. Unter anderem wird der Niedersachsentarif erwähnt. Und hier ein kleines Beispiel, wie sich die verschiedenen Beförderungsbedingungen im Detail widersprechen können: Im Niedersachsentarif muss die Begleitperson eines Kindes bis 5 Jahre mindestens 10 Jahre alt sein. Im Hamburger Verkehrsverbund, wo der erixx ebenfalls verkehrt, muss die Begleitperson mindestens sechs Jahre alt sein. Und unter Punkt 1.4.1 fordert die Firma in den eigenen Beförderungsbedingungen, dass eine Begleitperson bei Kindern bis 5 Jahre nötig ist, über deren Alter jedoch keine Aussage gemacht wird. Dieses Beispiel ist zwar erixx-spezifisch, doch Vergleichbares gibt es immer wieder an den Grenzen der Verkehrsverbünde. Dies zeigt einfach nur den Handlungsbedarf, derartige Bestimmungen zu harmonisieren. In der Praxis hingegen gibt es damit wohl eher keine Probleme, zumindest sind mir keine bekannt.

Als nächstes Beispiel folgt das Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen ODEG, die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH. Diese verkehrt unter anderem im Raum Cottbus, Berlin, Brandenburg und Schwerin. Das Unternehmen verweist zunächst auf die oben bereits behandelten Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn und bringt dann zusätzlich noch eigene Bedingungen. Hierbei handelt es sich um 29 Seiten (Stand 2023), in denen prinzipiell das Gleiche geregelt ist wie bei der DB und in der EVO. Einige Nuancen sind wieder anders, beispielsweise die Begleitung von Kindern unter 5 Jahren: Wenn sie unter 5 Jahre alt sind und sich auf dem Schulweg befinden, ist keine Begleitung nötig. Zwei weitere Punkte: Dass man während der Fahrt nicht auf- oder abspringen darf (Punkt 4.2.3), sollte eigentlich selbstverständlich sein, ebenfalls, dass man nicht mit Fahrrädern im Zug umherfährt (4.2.13). Diese beiden letzten Regelungen können vielleicht für Erheiterung sorgen. Sie wurden vermutlich aufgenommen, weil sie einmal vorkamen und nun formell ausgeschlossen werden sollen.

Zusammenfassend ist für Sie wichtig zu wissen, dass in den Beförderungsbedingungen normalerweise alles erschöpfend geregelt ist, was irgendwie als regelbar und regelungswürdig erachtet wird. Das meiste jedoch ist bereits durch den gesunden Menschenverstand klar; nur in – vermutlich seltenen – Zweifelsfällen sollten Sie einen Blick in diese Bedingungen werfen.

Über einen Teil der Beförderungsbedingungen haben Sie bislang noch nichts erfahren: die Fahrgastrechte. Dieses Thema ist von größerer Bedeutung und auch recht umfangreich, aus diesem Grunde befasst sich das nächste Kapitel ausschließlich damit.

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