Umwelt

Bahnfahren ist sehr umweltfreundlich und wird tendenziell immer umweltfreundlicher. Das liegt an folgenden Gründen:

  • minimaler Rollwiderstand,
  • gleichzeitige Beförderung zahlreicher Menschen in einem Fahrzeug,
  • deutliche Verringerung des Gewichts der Fahrzeuge,
  • Ausmusterung alter, schwerer und energiefressender Dieselloks und Ersatz durch neue Triebfahrzeuge,
  • Erhöhung des Anteils an elektrifizierten Strecken,
  • Rückspeisung von Bremsenergie,
  • Nutzung von Ökostrom: 2022 stammten 65 % des Bahnstroms aus erneuerbaren Energien, Tendenz weiterhin steigend.[i]

Um die Umweltfreundlichkeit eines Verkehrsmittels zu beschreiben, gibt es mehrere Themenbereiche, die von Bedeutung sind. Hier konzentriere ich mich auf einige wenige – vollständig ist die Darstellung nicht.

 

Erzeugung von Treibhausgasen

Jede Art von Verkehr hat Umweltauswirkungen, und es geht darum, diese Einflüsse so gering wie möglich zu halten. Sowohl im Bereich des motorisierten Individualverkehrs als auch beim öffentlichen Personenverkehr werden erhebliche Anstrengungen unternommen, u.a. den Energieverbrauch zu senken und die Erzeugung von Treibhausgasen zu minimieren.

Ein gutes Werkzeug, die Umweltauswirkungen jeder Fahrt darzustellen und mit dem Pkw zu vergleichen, ist der CO2Kompass der Deutschen Bahn.

Hier die Ergebnisse für einige willkürlich ausgewählte Beispielstrecken:

Der Vergleich des Kohlendioxidausstoßes zwischen Bahn und Auto, basierend auf den Daten des CO2-Kompasses (Datenstand 18.3.2024), fällt deutlich zu Gunsten der Bahn aus, insbesondere wenn Strom der Energielieferant ist.

Natürlich hängen die Ergebnisse davon ab, welchen Besetzungsgrad man für Pkw und Zug annimmt. In diesen Beispielen sind reale, durchschnittliche Werte für die Auslastung bzw. Besetzung hinterlegt. Mit diesem Werkzeug können Sie nun nach Belieben die Umweltbilanz bestimmen – die Grundaussage, dass die Bahn in aller Regel deutlich umweltfreundlicher ist, bleibt bestehen. Die Methodik ist normiert und wissenschaftlich abgesichert. [iv]

Wenn man sich den CO2-Ausstoß gesamthaft ansieht und nicht auf einzelne Beispielstrecken bezogen, so produziert ein Auto über die 5-fache Menge im Vergleich zum Zug, bezogen auf den Personenkilometer im Fernverkehr. Im Nahverkehr ist der Vorteil zu Gunsten der Bahn immer noch über 2,5-fach.

 

Flächenverbrauch

Ein weiterer Umweltindikator ist der Flächenverbrauch. Hier fällt der Vergleich ebenfalls zu Gunsten der öffentlichen Verkehrsmittel aus: Wer öffentlich unterwegs ist, braucht weniger als ein Zehntel des Platzes eines Autos. Nur als Fußgänger braucht man noch weniger Platz.

Die Allianz pro Schiene hat den Flächenverbrauch je Verkehrsmittel grafisch schön aufbereitet. Wenn man sich einen großen Bahnhof ansieht, wundert man sich, welch große Fläche dort für die Verkehrsanlagen benötigt wird. Dies ist jedoch – in Bezug zum Gesamtbild – nur ein kleiner Ausschnitt. Sieht man sich eine zweigleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke an und daneben die sechsspurige Autobahn, oder die zweigleisige S-Bahnstrecke im Vergleich zu den sechs- bis achtspurigen innerstädtischen Hauptstraßen, dann wird klar, weshalb der Umweltvorteil insgesamt betrachtet auf Seiten der Öffentlichen liegt.

 

Nachholbedarf

Die Schiene hat in zwei Umweltbereichen deutlichen Nachholbedarf:

  • Einerseits sind die Lärmemissionen zu groß. Das gilt insbesondere für Güterzüge auf Hauptstrecken in dicht besiedelten Gegenden. Hier gibt es umfangreiche Aktivitäten, beispielsweise die Errichtung von Lärmschutzwänden und die Nachrüstung von „Flüsterbremsen“.[v] Die Lärmaktionspläne des Eisenbahn-Bundesamts sind dafür die verbindliche Grundlage, es sind bereits spürbare Fortschritte erzielt worden.
  • Die immer noch weit verbreiteten Dieselfahrzeuge gilt es sukzessive durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen. Ein großer Schritt war die Einführung der leichten, modernen Triebfahrzeuge auf den meisten Nebenstrecken. Die verstärkte Elektrifizierung des Netzes wirkt ebenfalls positiv, wie auch die vielversprechenden Versuche mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen.

 

Anmerkungen

[i]    Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Daten & Fakten 2022, S. 15. Berlin 2023.

[iv]   Diese Tatsache wird durch die unterschiedlichsten Quellen belegt, beispielsweise sehr fundiert und ausführlich vom Umweltbundesamt. 

[v]    Eine gute Zusammenfassung der Maßnahmen ist unter der Kurzlink-URL https://t1p.de/rrow+ (Stand 20.3.2024) zu finden.

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