Das technikbasierte Abfertigungsverfahren

Dieses Verfahren wird bei vielen Triebfahrzeugen im Nahverkehr angewandt. Aus Sicht des Fahrgastes laufen folgende Schritte ab:

  1. Der Zug hält am Bahnsteig an.
  2. Ein Fahrgast im Zug oder am Bahnsteig drückt auf den Knopf an der Tür, sobald dieser grün leuchtet.
  3. Die Tür öffnet sich.
  4. Fahrgäste steigen aus.
  5. Fahrgäste steigen ein.
  6. Die Türen schließen sich.
  7. Der Zug fährt ab.

Das war der Ablauf in der Kurzfassung. Nun etwas ausführlicher:

  1. Der Zug hält an.
  2. Die Lokführerin/der Lokführer gibt die Türen frei – sie bleiben zu, können aber jetzt vom Fahrgast geöffnet werden.
  3. Die Fahrgäste warten im Zug an oder am Bahnsteig an der Tür und drücken den Türknopf, sobald dieser grün leuchtet.
  4. Möglicherweise fährt ein Trittbrett automatisch aus und schließt den Spalt zwischen Tür und Bahnsteig oder es wird eine Stufe ausgeklappt, die den Höhenunterschied zum Bahnsteig überbrückt.
  5. Die Tür öffnet sich.
  6. Fahrgäste steigen aus. Sie halten sich dabei teilweise am Haltegriff neben der Tür fest, um nicht zu stolpern, manche von ihnen haben Gepäck dabei, eventuell sind dabei auch Stufen zu überwinden – all das dauert seine Zeit.
  7. Fahrgäste steigen ein, manche halten sich fest oder haben Gepäck dabei.
  8. Ohne Zutun des Lokführers/der Lokführerin schließen sich die Türen, an denen kein Fahrgast mehr ein- oder aussteigt, einige Sekunden später vollständig. Voraussetzungen dafür: Es steht kein Mensch oder ein Gepäckstück in der Lichtschranke/im Lichtgitter und der Einklemmschutz signalisiert kein erkennbares Hindernis. Wenn ein Hindernis erkannt wird, öffnet sich die Tür wieder.
  9. Die Lokführerin/der Lokführer nimmt die Türfreigabe zurück. An den geschlossenen Türen ist es nun nicht mehr möglich, diese durch erneutes Drücken des Türknopfes wieder zu öffnen. Der Türknopf selbst leuchtet rot. An den noch offenen Türen wird die Lichtschrankenfunktion außer Betrieb gesetzt, es ist nur noch der Einklemmschutz aktiv.
  10. Das Trittbrett an den geschlossenen Türen fährt wieder zurück bzw. die Trittstufe wird wieder eingeklappt.
  11. Wenn sich alle Türen geschlossen haben und alle Trittbretter zurückgefahren sind, erhält die Lokführerin/der Lokführer in seinem Führerstand die Information, dass die Türen zu sind. Die Abfahrt ist nun möglich und erlaubt. Eine Sichtkontrolle ist nicht erforderlich.
  12. Der Zug fährt ab. Voraussetzung: ein grünes Fahrt-Signal.

Sie erkennen, dass im Gegensatz zur Kurzfassung, die die Fahrgäste üblicherweise sehen, einige Schritte mehr stattfinden und weitere Abhängigkeiten bestehen.

Es gibt hierbei folgende wichtige Varianten:

  • Die Lokführerin/der Lokführer öffnet und schließt alle Türen zentral, d. h. die Fahrgäste müssen gar nichts tun.
  • Teile der Aufgaben sind auf Personal („Örtliche Aufsichten“) am Bahnsteig verlagert. Dieses ist dafür verantwortlich, nach dem zentralen Schließen zu überprüfen, dass kein Fahrgast eingeklemmt wurde, und gibt dem Lokführer dann das Signal zur Abfahrt.

Vielleicht klingt das für Sie alles kompliziert – in der Tat ist dieses Thema, hier an der direkten Nahtstelle zwischen Fahrgast und Bahnsystem, ziemlich komplex. Denn es handelt sich in Wahrheit um zwei verschiedene Schnittstellen: die zwischen Mensch und Technik einerseits und andererseits um die zwischen Fahrzeug (beweglich) und Bahnsteig (unbeweglich).

Die Lichtschranke ist das schwarze, rechteckige Bauteil im Türrahmen ziemlich weit unten. Das Lichtgitter schließt sich etwas versetzt darüber an, Sie können dessen unteres Ende links neben dem Haltegriff erkennen. Es ist ein ebenfalls schwarzes längliches Bauteil und reicht dann nach oben gut bis in Brusthöhe. Der Einklemmschutz, hier nicht im Bild, ist in den Gummiwulst der Türkante eingebaut. Dieser mildert nicht nur das mögliche Einklemmen ab, sondern sorgt durch entsprechende Sensorik auch dafür, dass sich die Tür im Falle des Einklemmens wieder öffnet.
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