Was Sie als Fahrgast bei gefährdetem Anschluss tun können

Maßnahmen vor der Fahrt

  • Bei der Planung Direktverbindungen wählen, wo immer möglich und zeitlich sinnvoll.
  • Insbesondere, wenn Sie einen wichtigen Termin wahrnehmen wollen, sollten Sie die Umsteigezeiten großzügig planen. Auch wenn in sehr vielen Fällen das Umsteigen problemlos funktioniert, gibt es keine Garantie.
  • Selbst abschätzen, wie wahrscheinlich Anschlüsse funktionieren:
    • Wenn Sie wissen, dass etwa 25 % aller Fernverkehrszüge mit Verspätungen von mehr als 5:59 Minuten unterwegs sind, werden Sie einen Anschluss mit 3 Minuten Umsteigezeit spürbar häufig nicht erreichen.
    • Oder wenn eine Strecke sehr dicht befahren ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit von Verspätungen zur Hauptverkehrszeit und entsprechende Anschlussverluste größer als zur Nebenverkehrszeit.
    • Auch an Hauptreisetagen, wenn viele Züge sehr stark nachgefragt werden, sind Anschlussverluste wahrscheinlicher.
    • Eine dicht befahrene eingleisige Strecke wird häufiger Unpünktlichkeiten und Anschlussverluste mit sich bringen als eine wenig befahrene.
    • Bei knappen Wendezeiten sind Verspätungen und Anschlussverluste vorprogrammiert, wenn das Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen nicht mit zusätzlichem Personal oder Ersatzzügen disponieren kann.
  • Bei Fernverkehrszügen können Sie einzelne Anschlusswahrscheinlichkeiten selbst überprüfen.

 

Informieren

  • Die erreichbaren Anschlüsse sagt Ihnen in Zügen des Regional- und Fernverkehrs das Zugpersonal durch, ferner können Sie diese je nach technischer Ausstattung und Datengrundlage über die Monitore ablesen. Dabei wird berücksichtigt, ob Ihr Anschlusszug eventuell auch Verspätung hat.
  • Dabei werden manchmal Anschlüsse kommuniziert, die eher knapp sind, und auch solche, die man selbst gar nicht als Anschluss betrachtet hätte und nicht über die Auskunft ausgegeben wurden. Das bedeutet, dass Sie manchmal auch Züge erreichen können, die eigentlich nicht als offizielle Anschlüsse gelten.
  • Wenn Ihr eigentlich geplanter Anschlusszug nicht per Durchsage als offizieller Anschluss genannt wird, oder Ihr Zug nicht über die technische oder personelle Möglichkeit verfügt, dass Anschlüsse überhaupt durchgesagt oder angezeigt werden, rufen Sie im DB Navigator Ihren Reiseplan auf und schauen, ob dort Informationen über den Anschluss vorliegen.
    • Wenn die Verbindung laut DB Navigator weiterhin besteht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Anschlusszug wartet und dass Sie ihn problemlos erreichen.
    • Wenn dort die Information lautet, dass aktuell keine zuverlässigen Informationen vorliegen, dann ist der Anschluss seitens der Disposition noch nicht bestätigt oder abgelehnt worden – in diesem Fall probieren Sie es einfach aus, manchmal klappt der Anschluss trotzdem.
    • Wenn die Verbindung nicht mehr besteht, dann erfahren Sie dort eine alternative Fahrtmöglichkeit – manchmal ist es der nächste Takt, manchmal ein ganz anderer Zug auf einer anderen Route.

 

Weitere Möglichkeiten

    • Sagen Sie dem Zugpersonal, sofern vorhanden, dass Sie einen bestimmten Anschlusszug erreichen wollen. Damit ist zwar keine Garantie verbunden, dass der Anschlusszug wartet, aber Sie haben getan, was möglich ist.
    • Wenn ein Anschluss nicht bestätigt oder abgelehnt wurde, aber dennoch eine Chance bestehen könnte, den Zug zu erreichen, dann probieren Sie es. Das ist dann der Fall, wenn die verbleibende tatsächliche Umsteigezeit sehr knapp geworden ist und beispielsweise nur noch 3 statt 9 Minuten beträgt.
      Sie sollten dann in dem ankommenden Zug idealerweise schon recht früh an der Tür stehen, um als einer der ersten Fahrgäste aussteigen können. Und wenn Sie in einem Kopfbahnhof wie Leipzig Hbf oder München Hbf umsteigen, gehen Sie in Ihrem verspäteten Zug möglichst weit nach vorn, damit der Umsteigeweg im Bahnhof möglichst kurz ausfällt.
    • Auch wenn der Anschlusszug eigentlich schon abgefahren sein müsste, gehen Sie dennoch zu dessen Bahnsteig und vergewissern Sie sich, ob er wirklich schon weg ist. Denn vielleicht hat er ebenfalls Verspätung oder wartet trotz gegenteiliger Information.

Aber bitte berücksichtigen Sie bei diesen Umsteigesituationen, dass Ihre Sicherheit und die der anderen Reisenden absoluten Vorrang hat. Das bedeutet konkret: keine Abkürzungen übers Gleis, Vorsicht beim Begehen der Treppen von Unter- und Überführungen und Rücksichtnahme beim Überholen anderer Reisende. Es ist kein Anschluss so wichtig, als dass er einen Sturz oder Schlimmeres rechtfertigen könnte.

Im Kopfbahnhof Frankfurt (Main) Hbf, dem wichtigsten Umsteigebahnhof im ICE-Liniennetz, besteht öfter die Notwendigkeit, schnell umsteigen zu müssen. Hier gibt es eine eher unbekannte Möglichkeit, den Weg zum anderen Gleis deutlich abzukürzen. Eine Unterführung verbindet in Bahnsteigabschnitt B die meisten Gleise miteinander.
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