Was Sie als Fahrgast bei Busnotverkehr tun können

Maßnahmen vor der Fahrt

Da es sich um ein ungeplantes und unplanbares Ereignis handelt, ist eine echte Vorbeugung nur in einem Fall möglich:

Sie erfahren bereits vor Fahrtantritt, ob sich gerade eine Streckensperrung mit Busnotverkehr ereignet. Wenn Ihnen diese Information vorliegt (und Sie können diese erhalten, wenn Sie sich in die entsprechenden Verteilerlisten eintragen oder kurz vor Fahrtantritt die Verbindung überprüfen), dann sollten Sie die Fahrt nicht oder anders durchführen.

 

Orientierung verschaffen

  • Was ist die Störungsursache?
  • Wie lange wurde die Dauer der Störung vorhergesagt?
  • Wurde konkret angekündigt, dass Busse kommen, oder nur, dass man versucht, einen Busnotverkehr einzurichten?
  • Wie viele Menschen wollen mit den Bussen fahren – ist es realistisch, Platz zu finden?
  • Wo befindet sich die Bushaltestelle?
  • In welche Richtung soll der Bus fahren?
  • Wie weit ist das Ziel entfernt – ist es eventuell einfacher, zu Fuß zu gehen?

 

Aktiv Informationen einholen

  • Die Einschätzung des Zugpersonals abfragen.
  • Den Kundenservice anrufen.
  • Die Hinweise in den Informationsvitrinen beachten. Dort finden Sie in vielen Fällen eine Telefonnummer, ferner einen Lageplan und Hinweise für den Fall von Ersatzverkehren.
  • Hinweise finden Sie auch unter www.bahnhof.de, dort sind alle Lagepläne von Bushaltestellen für jeden Bahnhof hinterlegt.
  • Bahnerfahrene und ortskundige Fahrgäste fragen.
  • Ggf. kann auch eine App Ihres Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen helfen.

 

Entscheidung treffen

Es ist eine typische Entscheidung unter Unsicherheit –Sie können aus den vorliegenden oder fehlenden Informationen nur ableiten, was nach dem jeweils aktuellen Kenntnisstand die beste Lösung ist:

  • Fahrt abbrechen: Mit dem Zug zurückfahren, mit dem Sie gekommen sind. In vielen Fällen ist das eine gute Lösung, vorausgesetzt, der Zug fährt überhaupt und in absehbarer Zeit zurück.
  • Busnotverkehr nutzen: Wenn Sie unbedingt weitermüssen und eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass Busse kommen.
  • Eigene Fahrtmöglichkeit organisieren: Taxi, Freunde oder Familie anrufen und abholen lassen. Mit anderen zusammenschließen. Andere Verkehrsmittel des Öffentlichen Personennahverkehrs nutzen, sofern vorhanden. Auf den Kosten werden Sie vielleicht sitzen bleiben, denn wenn das Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen einen BNV organisiert, ist das die offizielle Fahrtalternative. Ggf. können Sie aus Kulanz eine Erstattung erhalten, doch eine Garantie gibt es dafür nicht.
  • Warten und regulären Zug nach Beendigung der Störung nutzen: Das klingt für Sie vielleicht nach einer Option, die wenig sinnvoll ist. In Wirklichkeit werden aber viele Streckensperrungen nach überschaubar kurzer Zeit aufgehoben – Größenordnung 15 Minuten bis 2 Stunden. Nicht selten also noch deutlich vor Eintreffen von Busnotverkehr-Bussen. Da ein Zug fast immer schneller ist als ein parallel fahrender Bus, ist die Chance nicht gering, dass dies die beste Option ist. Allerdings sollte man diese nur in Betracht ziehen, wenn die Störungsursache ziemlich sicher nicht stundenlang andauern wird.

 

Weitere Hinweise zu Busnotverkehren

  • Überlegen Sie ernstlich, ob Sie die Fahrt wirklich durchführen wollen oder müssen, denn Busnotverkehre sind insbesondere, wenn sie noch nicht eingerichtet sind, in hohem Maße unkalkulierbar.
    Schon die Entfernung einer Haltestelle zum Bahnhof kann hunderte von Metern (Beispiel: Schöngeising) betragen, und auch die Frage der korrekten Fahrtrichtung an einer großen Kreuzung kann bereits dazu führen, dass Sie den Bus nicht erreichen. Des Weiteren ist mit großem Zeitverlust zu rechnen und insbesondere bei Busnotverkehr zu Hauptverkehrszeiten stehen nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung.
    Nicht zuletzt fallen Sie mit Verlassen des Bahnsystems auch aus den üblichen Informationsquellen heraus und es kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass Sie regelrecht „stranden“. Sie erfahren beispielsweise nicht zuverlässig, ob irgendwann Busse kommen, wann der Busnotverkehr wieder aufgehoben wird und kein Bus mehr zu erwarten ist. Ein Fahrplan wird zumindest in den ersten Stunden nach Beginn des auslösenden Ereignisses nicht kommuniziert.
  • Nehmen Sie nach Möglichkeit Kontakt mit der telefonischen Auskunft des zuständigen Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmens oder des Verkehrsverbundes auf. Auch wenn die Leitungen in solchen Fällen überlastet sind, ist eine Wartezeit am Telefon meistens besser, als eine schnelle Entscheidung ohne ausreichende Grundlage zu treffen.
  • Eine Streckensperrung, verbunden mit einem Busnotverkehr kann für Sie als Fahrgast, je nach den Rahmenbedingungen, schon fast den Charakter eines Notfalls annehmen. Stellen Sie sich vor, dass Sie nachts bei Schneefall an einem kleinen Bahnhof stranden, am Wochenende kein Ansprechpartner an einem Servicetelefon erreichbar ist und Sie keine Ahnung haben, ob überhaupt und wann ein Bus kommt. In einem solchen Fall hat dann die eigene Sicherheit und Unversehrtheit absolute Priorität. Das bedeutet im Zweifelsfall: Fahrt nicht antreten, mit dem nächstbesten Zug zurückfahren, in einem Hotel übernachten, einen geschützten Ort (Café, Restaurant, zumindest Wartehäuschen) aufsuchen, mit einem Taxi fahren, andere Menschen um Hilfe bitten. Auf Hilfsbereitschaft können Sie in solchen Fällen mit ziemlicher Sicherheit zählen, doch müssen Sie sich bemerkbar machen. Kosten spielen erst einmal keine Rolle, solche Themen werden im Nachgang geklärt. Die Fahrgastrechte helfen da etwas weiter, denn Hotel- und Taxikosten werden unter bestimmten Bedingungen erstattet. Auch auf dem Wege der Kulanz ist eine Regelung möglich.
    Um dieses beschriebene Szenario jedoch einzuordnen: So eine Situation kommt extrem selten vor, mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie so etwas nie erleben.
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