Perspektive

In den nächsten Jahren ist absehbar, dass die Zahl der Baustellen und ihrer Wirkungen zumindest auf einem hohen Niveau bleibt, eher aber steigen wird. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Aufgabenträger bewerten den Erhaltungs- und Ausbauzustand der Netzinfrastruktur bestenfalls als mittelmäßig und fordern deutlich höheres Engagement.
  • Große Medien wie Zeit oder Tagesspiegel beschreiben das Schienennetz in Deutschland als „marode“, der öffentliche Druck und die Aufsichtsbehörden auf die Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen ist sehr hoch. Auch der Begriff „Investitionsstau“ fällt oft.
  • Die Pro-Kopf-Investitionen in das Schienennetz sind in Deutschland im europäischen Vergleich zwar absolut gestiegen, aber immer noch relativ gering – Länder wie Schweden, Österreich, Norwegen oder die Schweiz investieren das Doppelte bis Vierfache. Die Pläne der Regierung schreiben der Bahn als Verkehrsträger auch vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote eine zunehmend wichtige Rolle zu, eine Verdopplung der Fahrgastzahlen soll das Ziel bis 2030 sein.
  • Die 3. Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III) fällt großzügiger aus als die bisherige – ein weiteres Indiz für die zu erwartende Bautätigkeit.

Um die Auswirkungen der Bauarbeiten möglichst zu minimieren, werden die Abstimmungen zwischen den Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen und den Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen intensiviert und etliche Projekte im Bereich der Ersatzverkehre und der Reisendeninformation durchgeführt. Es ist zu hoffen, dass die positiven Effekte der Bauarbeiten möglichst schnell nach deren Beendigung fahrgastseitig wirksam werden.

Nach oben scrollen