Verhalten beim Ein- und Aussteigen

Kennen Sie diese Situationen?

  1. Die Zugtür für Freund oder Freundin, Kollegen oder Kollegin aufhalten, der/die 100 m weiter am Bahnsteig zu sehen ist und zu dieser einzigen offenen Tür geht, obwohl die Abfahrtszeit schon längst überschritten ist.
  2. Als 15-köpfige Gruppe mit viel Gepäck an genau einer Tür einsteigen.
  3. Die Lichtschranken der Zugtüren mit Körper oder Gepäck blockieren.
  4. Dort einsteigen, wo alles schon komplett überfüllt ist und wo man sich nur noch mit größter Mühe hineinzwängen kann.
  5. Zuerst drängeln Fahrgäste hinein, sodass die aussteigenden Fahrgäste keine Chance haben und ein größeres Durcheinander entsteht.
  6. Auch nach der fünften Aufforderung des ICE-Zugpersonals, die Gänge von Gepäck freizuhalten, keine Reaktion zeigen.
  7. In die sich schließende Zugtür laufen, diese blockieren und wieder mit aller Kraft aufdrücken.

Die ersten fünf Situationen verursachen Verspätungen im Minutenbereich. Die sechste Situation ist dann von Belang, wenn Fluchtwege, d. h. die Gänge, versperrt werden und der Zug aus Sicherheitsgründen nicht weiterfahren darf. Hier verursachen Fahrgäste längere Verspätungen, die durchaus problemlos eine viertel oder halbe Stunde dauern können. Und im siebten und letzten Fall ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Tür anschließend defekt ist und bis zum nächsten Werkstattaufenthalt abgeschlossen werden muss – wenn der Zug überhaupt noch fahrbereit ist.

Die geschilderten Situationen kommen – in der Regel aus Unwissenheit um die Zusammenhänge – häufig vor. Selten ist den Fahrgästen, die so handeln, bewusst, dass dadurch nicht nur ihr Zug Verspätung bekommt: Denn es können auch Folgeverspätungen für andere Züge auftreten, die je nach Zugdichte ausgesprochen gravierend ausfallen.

Insbesondere in Ballungsräumen haben diese Verhaltensweisen einen großen Einfluss auf die Pünktlichkeit. Die Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen wirken entsprechend auf die Fahrgäste ein, sei es mittels Informationsvideos, der leuchtenden Bahnsteigkante oder durch Einstiegslotsen S-Bahnen München, Stuttgart und Rhein-Main.

Was Sie als Fahrgast tun können, ist nun leicht abzuleiten:

  • Möglichst gleichverteilt am Bahnsteig stehen und nicht dort warten, wo Rolltreppen enden und Zugänge einmünden. Dazu brauchen Sie einen gewissen Überblick, wo Ihr Zug hält, doch das ist keine unlösbare Aufgabe. Und es lohnt sich: nicht nur wegen einer verbesserten Pünktlichkeit, sondern auch, weil Ihre Wahrscheinlichkeit auf einen Sitzplatz steigt.
  • Auf Ansagen achten: „Nicht mehr zusteigen“ bedeutet genau das, was zu hören ist. Auch wenn man dann eben Pech hat und den Zug verpasst – aber das ist ein klarer Fall, wo die Pünktlichkeit aller anderen Fahrgäste und die eigene Sicherheit Vorrang haben müssen. Ansonsten kann das System Bahn nicht funktionieren, denn es lebt sehr stark von einem Verhalten, bei dem die Interessen der Mehrheit (Pünktlichkeit) Vorrang vor Einzelinteressen (Mitkommen um jeden Preis) haben.
  • Zuerst alle Fahrgäste aussteigen lassen: Gegenteiliges Verhalten sorgt für keine gute Stimmung und die Verspätung kommt noch obendrauf.
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