Gleisänderung

Bei einem Gleiswechsel fährt der Zug, vielleicht sogar pünktlich, nicht auf dem Gleis ab, das er normalerweise nutzt. Das bedeutet, dass es für Sie hauptsächlich darum geht, einen Gleiswechsel überhaupt zu erfahren, da Sie ansonsten den Zug möglicherweise nicht finden oder zu spät zum neuen Bahnsteig gelangen.

 

Was Sie als Fahrgast bei einem Gleiswechsel tun können

  • Als Pendlerin oder Pendler: Die meisten Gleiswechsel kommen im Rahmen von Bauarbeiten vor und sind somit geplant. Deswegen ist es empfehlenswert, die Baustellenankündigungen für Ihre Strecke oder Linie zu verfolgen und zu überprüfen, ob auch Gleisänderungen vorgesehen sind. Ihre App oder ein Newsletter Ihres Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmens oder Verkehrsverbundes können wertvolle Dienste leisten.
  • Bei Verspätungslagen sind Gleiswechsel ebenfalls wahrscheinlicher. Informationsmedien sind Ansagen und Anzeigemonitore. Häufig werden Gleisänderungen rechtzeitig und richtig angesagt. Es besteht eher das Problem zu vieler Informationen in kurzer Zeit, sodass die Aufmerksamkeit verloren geht. Leider kann es vorkommen, dass automatisierte Ansagen und die Anzeigen etwas anderes kommunizieren als die menschlichen Ansager. Gehen Sie davon aus, dass die menschlichen Live-Ansagen den aktuellsten Informationsstand durchgeben.
  • Sollte hingegen bei einer ungeplanten Gleisänderung überhaupt keine Ansage erfolgen und Sie sehen den Zug an einem anderen Gleis einfahren und müssen noch durch die Unterführung, dann wird es sehr schwierig, den Zug noch zu erwischen. Sie können es versuchen, aber hier gilt ganz klar, dass die Sicherheit vorgeht: Die Regel, nicht über das Gleis zu laufen, ist weiterhin absolut und gültig. Und es lohnt auch nicht, sich in der Eile auf der Treppe den Fuß zu verstauchen.
  • Es kann sich lohnen, im Falle völlig fehlender oder widersprüchlicher Informationen auch die anderen Fahrgäste vor Ort zu fragen, auf welchem Gleis es weitergeht. Oft sind Bahnkundige darunter, die aus Erfahrung einiges an Wissen über die örtlichen Besonderheiten gesammelt haben und dieses gerne und oft auch kompetent weitergeben.
  • Das Personal ist, sofern vorhanden und mit betrieblichem Hintergrund, oft eine gute Informationsquelle für Fragen in Bezug auf Gleiswechsel.
  • DB Navigator und sonstige örtliche Apps können Gleiswechsel kommunizieren, allerdings sind diese bei sehr kurzfristigen, ungeplanten Wechseln nicht unbedingt auf dem letzten Stand der Dinge. Persönliche Ansagen sind in der Regel in solchen Situationen zuverlässiger.
  • Trotz der genannten Möglichkeiten kann es im Einzelfall vorkommen, dass keine wirklich hilft. Sollten Sie tatsächlich Ihren Zug verpassen, weil die Kommunikation nicht oder verkehrt erfolgt ist, dann wenden Sie sich an Ihr Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen. Im Rahmen von Kulanz erhalten Sie ggf. eine Entschädigung. Die Fahrgastrechte hingegen regeln diesen Fall nicht.

 

Was die Bahn tut

  • Gleiswechsel werden seitens des Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmens vermieden, wo immer möglich. Das gilt sowohl für die Planung, bei der Taktverkehre normalerweise immer auf „ihrem“ festen Gleis verkehren, als auch für die tatsächliche Betriebsdurchführung.
  • Wenn eine Gleisänderung unumgänglich ist, versuchen die Planer oder Disponenten, diese so umzusetzen, dass der Zug am Bahnsteig gegenüber abfährt. Dann haben Sie als Fahrgast fast keine Probleme.
  • Doch es gibt leider auch die Fälle, in denen Sie wegen der Gleisänderung größere Wege zurückzulegen haben. Oft ist das mit Treppensteigen oder Aufzugnutzung und somit mit Zeit- und Orientierungsaufwand verbunden. In diesem Fall informiert die Bahn – wie auch beim vorherigen Fall am Bahnsteig gegenüber – normalerweise rechtzeitig und umfänglich.
  • Die Bahn wertet die Beschwerden aus, die nach missglückter Kommunikation wegen Gleisänderungen eingehen. Ein kundenorientiertes Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen versucht, daraus dann entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Zum einen geht es um Schadensbegrenzung, und es wird in Fällen, wo ein ganzer Bahnsteig mit Reisenden den Zug wegen nicht erfolgter Kommunikation verpasst hat, eher kulant gehandelt. Zum anderen geht es auch darum, Kommunikationskanäle zu verbessern und Planungen zu optimieren.

 

Hintergründe und Zusammenhänge

In Deutschland sind die Ankunfts- und Abfahrtsgleise aller Züge akribisch genau geplant und werden auch den Fahrgästen im Rahmen des Jahresfahrplans kommuniziert. Doch kann es vorkommen, dass sich angesichts der beschriebenen Einflüsse auf die Bahn das vorgesehene Gleis ändert, geplant oder ungeplant.

Wann kommen Gleisänderungen hauptsächlich vor?

  • Geplant: Bei Bauarbeiten im Bahnhof oder im Bahnhofsvorfeld mit Sperrung von Gleisen.
  • Geplant: Bei Bauarbeiten auf zweigleisigen Strecken mit Sperrung eines Gleises.
  • Ungeplant: Wenn bei einer größeren Störung mehrere Züge betroffen sind. Dann sind im Bahnhof die planmäßigen Gleise möglicherweise belegt oder nicht befahrbar und einzelne Züge müssen auf andere Gleise ausweichen.

Um Gleisänderungen hinsichtlich ihrer Häufigkeit einzuordnen:

  • Geplante Gleisänderungen kommen nicht selten vor, haben aber, außer für Pendlerinnen und Pendler, kaum praktische Bedeutung, da die Kommunikation standardmäßig bei der Reiseplanung erfolgt. Wenn Sie pendeln, können Sie diese Informationen, wie bereits beschrieben, über Verteilerlisten und Push-Nachrichten erhalten.
  • Ungeplante Gleisänderungen werden Sie auch öfter erleben, doch die meisten werden nach Möglichkeit so abgewickelt, dass der Zug dann am Bahnsteig gegenüber einfährt.

In der Regel werden ungeplante Gleisänderungen rechtzeitig kommuniziert. Dass Sie einen Zug wegen ungeplantem, falsch oder zu knapp oder nicht kommuniziertem Gleiswechsel verpassen, werden Sie vermutlich irgendwann einmal erleben, gehört aber, im Gegensatz zu Verspätungen, eher nicht zu den häufigen Ereignissen.

Eine typische Baustellensituation mit Gleisänderung, hier im Bahnhof von Oberstdorf: Wegen Gleisbauarbeiten ist Gleis 2 gesperrt und die Züge müssen auf die anderen Gleise ausweichen. In diesem Bahnhof ist das für Sie als Fahrgast kein Problem, da er nur über fünf Gleise verfügt und zusätzlich ein Kopfbahnhof ohne Unterführung ist. Grundsätzlich kann sich die Sperrung eines Gleises auf alle anderen auswirken, d. h. in diesem Fall könnte es auch sein, dass Züge, die planmäßig von Gleis 1 abfahren, dann beispielsweise auf Gleis 3 verlegt werden.

Inhalt umschalten

Nach oben scrollen