Klimaanlage und Heizung defekt

Fast jeder Zug ist inzwischen klimatisiert, und die Fenster lassen sich in aller Regel nicht mehr öffnen. Eine Heizung ist fast seit Anbeginn der Eisenbahn Standard. Was allerdings nicht immer auf allgemeine Zustimmung stößt, ist die Raumtemperatur, weil letztlich jeder Mensch ein anderes Temperaturempfinden hat. Heizung und Klimatisierung arbeiten bei vielen Zugtypen vollautomatisch in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Das Zugpersonal hat darauf nur bedingt Einfluss, falls überhaupt.

Spätestens wenn Sie das Gefühl haben, dass die Temperatur nach oben oder unten unerträglich abweicht und auch etliche andere Fahrgäste eindeutig Zeichen des Unwohlseins geben, ist es an der Zeit, mit dem Zugpersonal Kontakt aufzunehmen. Eventuell lässt sich bei der betreffenden Baureihe etwas an der Einstellung verändern. Was sich hingegen nicht ändern lässt, das ist die kühle Luft, die die Klimaanlage an bestimmten Stellen im Innenraum des Wagens verteilt. Nicht selten kommt es vor, dass sich Fahrgäste durch Zugluft wie tiefgekühlt fühlen. Das ist kein Defekt, kann aber dennoch als unangenehm empfunden werden. In solchen Fällen haben Sie tatsächlich nur die Möglichkeit, sich einen anderen Platz zu suchen oder etwas anzuziehen.

Der umgekehrte Fall, ein echter Ausfall der Klimaanlage, ist nach etlichen sehr unangenehmen, öffentlichkeitswirksamen Zwischenfällen inzwischen insgesamt deutlich seltener geworden. Verbesserte Wartung, aber auch eine bessere Dimensionierung der Anlagen für höhere Temperaturbereiche sorgen dafür, dass auch bei sehr heißen Sommertagen die allermeisten Geräte funktionstüchtig bleiben. Die Bahn gibt für den Fernverkehr für den Rekordsommer 2018 eine Funktionstüchtigkeit von weit über 90 % an, für die neuen bzw. modernisierten Baureihen einen Wert von 99 %.[i]

Was können Sie bei Ausfall der Klimaanlage selbst tun?

  • Wichtig ist, die Situation bewusst wahrzunehmen und eine Entscheidung zu treffen. Aushalten und leiden ist nur in den seltensten Fällen unumgänglich.
  • In einen anderen Wagen umziehen. Denn oft ist nur ein Wagen vom Ausfall der Anlage betroffen.
  • Viel Wasser trinken, zu warme Kleidung öffnen oder ablegen.
  • Auf die Schattenseite setzen und Sonnenschutz überall herablassen.
  • In den Einstiegsbereichen aufhalten, dort ist die Luft oft besser.
  • An den Unterwegsbahnhöfen möglichst lange frische Luft hereinlassen und dazu auch die Türen im Wageninneren offenhalten.
  • Den Zug verlassen und mit einem anderen weiterreisen. Diese Möglichkeit sollten Sie ernsthaft in Betracht ziehen – deutlich bevor die Situation unerträglich wird. Streng formal gesehen ist dieser Fall nicht durch die Fahrgastrechte abgedeckt. Ggf. können Sie auf Kulanz hoffen, aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Lassen Sie sich durch das Personal die Situation bestätigen, ggf. hat der Zug mehr als 20 Minuten Verspätung, dann ist die Zugbindung Ihrer Fahrkarte – sofern Zugbindung überhaupt vorhanden – aufgehoben und Sie können eine andere Verbindung nutzen. Auch wird sich das Personal bestmöglich kümmern und versuchen, Alternativen anzubieten.

Der völlige Ausfall oder eine völlig überhitzte Heizung im Winter kommt auch vor, allerdings eher seltener. Letztlich gelten die gleichen Empfehlungen wie oben, denn es ist unerheblich, ob es nun die defekte Heizung oder Klimaanlage ist, wegen der man friert oder schwitzt.

 

Anmerkung

[i]         Seite „Bahn: Klimaanlagen in Zügen trotz Hitze zuverlässig“. Kurzlink-URL: https://t1p.de/btfq+ (Stand 20.2.2020, nicht mehr abrufbar).

Nach oben scrollen