Die subjektive Sicht

Je nachdem, ob Sie im Nah- oder Fernverkehr, auf einer längeren oder kürzeren Strecke unterwegs sind, ist Ihre Einschätzung, ob ein Zug überfüllt ist, vermutlich unterschiedlich. Auch das Verhalten der Mitreisenden dürfte eine Rolle spielen, ebenso die Temperatur im Wageninneren.

Die meisten Fahrgäste erwarten grundsätzlich einen Sitzplatz und finden, dass Stehplätze, wenn überhaupt, nur in einer S-Bahn auf einer kurzen Distanz akzeptabel sind. Unabhängig davon, ob Sie persönlich einen Sitzplatz haben oder nicht: Im Fernverkehr empfinden die meisten einen Zug spätestens dann als stark ausgelastet, wenn alle Sitzplätze belegt sind und einzelne Menschen in den Türbereichen stehen. Von Überfüllung würde man aus Kundensicht sprechen, wenn auch in den Gängen Menschen stehen.

Im Nahverkehr hingegen ist der Maßstab ein anderer: Fahrzeughersteller und Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen rechnen grundsätzlich mit Stehplätzen, und zwar oft mit vier Menschen pro Quadratmeter. In einem solchen Zug können Sie sich nicht mehr bewegen und es fühlt sich unangenehm an – das ist für das Empfinden der meisten Menschen sicher deutlich überfüllt, denn die für mitteleuropäische Verhältnisse normale Distanzzone ist nicht mehr gewahrt. In der Realität wird ein Nahverkehrszug von vielen Menschen vermutlich bereits bei zwei Personen pro Quadratmeter als überfüllt eingeschätzt.

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