Am Bahnsteig volle Aufmerksamkeit

An jedem Bahnsteig in Deutschland gibt es eine bahnsteigparallele Markierung, den Sicherheitsstreifen. Diesen dürfen Sie erst nach Anhalten des Zuges überqueren. Ansonsten befinden Sie sich in der Gefahrenzone des Zuges – und dieser Bereich ist ebenfalls potenziell tödlich.

Was kann konkret passieren?

  • Es besteht die Möglichkeit, vom Bahnsteig hinab ins Gleis zu stürzen.
  • Sie könnten direkt vom Zug erfasst werden.
  • Oder der Luftzug wirft Sie um.

Dazu müssen Sie wissen, dass Züge im Bahnhofsbereich mit 200 km/h durchfahren dürfen, und sogar anhaltende Züge – insbesondere S-Bahnen mit hoher Bremsleistung – haben am Bahnsteiganfang je nach Signalstellung und Bahnsteiglänge noch eine so hohe Geschwindigkeit, die deutlich höher liegen kann als ein Auto innerorts.

 

Unbeabsichtigtes Betreten des Gefahrenbereichs

Folgende riskante und vermeidbare Situationen gibt es insbesondere:

  • Abgelenkt sein, im Gehen auf das Smartphone schauen oder telefonieren.
  • Auf einem vollen Bahnsteig anderen Reisenden ausweichen.
  • Schubsen, Drängeln, Raufen, mit mehreren Personen nebeneinander gehen.
  • Mit Ihrem Kind auf dem Bahnsteig Fangen spielen.
  • Mit dem Tretroller / E-Scooter auf dem Bahnsteig fahren und Richtung oder Gleichgewicht verlieren.
  • Es wird Ihnen schwindelig: zu warm, zu sonnig, zu wenig gegessen, Vorerkrankung.
  • Der Bahnsteig kann an Engstellen (beispielsweise an Aufzügen oder Rolltreppen) unerwartet schmal sein. Das gilt auch gerade für den Anfang oder das Ende von Bahnsteigen, insbesondere, wenn diese noch zusätzlich gekrümmt sind.

Sie sehen, es sind ganz banale Situationen. Was im Straßenverkehr kaum ein größeres Problem darstellt, ist im Bahnverkehr gefährlich, weil eben, Sie wissen es schon, der Zug nicht ausweichen und nicht rechtzeitig bremsen kann. Dabei ist es unerheblich, ob ein Zug nur 20 km/h fährt, weil er gleich anhält oder mit 160 km/h durchfährt – beides ist lebensgefährlich, wenn Sie zu nah an der Bahnsteigkante stehen.

Die gute Nachricht: Die geschilderten Situationen sind allesamt vermeidbar mit etwas Wissen, Konzentration, Vorsicht und Rücksichtnahme.

 

Fahrlässiges Verhalten

Die folgenden Verhaltensweisen sind bei – oft jüngeren – Fahrgästen hin und wieder zu beobachten:

  • Mutproben – Selfies an der Bahnsteigkante oder im Gleisbett machen.
  • Auf der Bahnsteigkante sitzen und die Füße ins Gleis baumeln lassen.
  • Rangeleien am Bahnsteig.

Zu den lebensgefährlichen Einstellungen und Verhaltensweisen gehört es, dem Bahnverkehr nachlässig zu begegnen und nicht nur den Sicherheitsabstand zum Gleis zu missachten, sondern sich zusätzlich im Gleisbereich aufzuhalten. Dazu gibt es eindrückliche Videos, die auf diese Gefahren deutlich hinweisen.[i]

Bundespolizei und Deutsche Bahn haben zu diesem Thema umfangreiche Informationsmaterialien veröffentlicht und sind in der Prävention aktiv.

 

Anmerkung

[i]         Kurzlink-URL: https://t1p.de/1kw9+, https://t1p.de/cso7+, https://t1p.de/33mu+, https://t1p.de/flwe+, https://t1p.de/msc0+
(alle Stand 18.4.2024).

Abbildungen

Vorbildlich: Trotz des vollen Bahnsteigs stehen alle Fahrgäste hinter dem Sicherheitsstreifen und sind auf den einfahrenden Zug konzentriert.

 

Schon leicht grenzwertig: einige Reisende überschreiten am vollen Bahnsteig die Sicherheitslinie und sind zusätzlich vom einfahrenden Zug abgewandt.

 

Zugdurchfahrt mit 130 km/h direkt am Bahnsteig: nur ungefährlich, wenn alle Fahrgäste jederzeit hinter dem Sicherheitsstreifen bleiben.
Hier ist die Sicht durch den roten Zug aufs Gleis eingeschränkt, man kann nur rund 150 Meter überblicken. Der Intercity legt diese Strecke in rund 4 Sekunden zurück – unhörbar und somit bleibt keine Zeit für eine angemessene Reaktion, sollte man den weißen Streifen versehentlich übertreten.
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