Verhalten bei Gefahr im Zug

Im Bahnbereich gibt es teils andere Gefahren und andere technisch-organisatorische Voraussetzungen als im Straßenverkehr und somit auch andere Regeln. Die wichtigsten Aspekte sind:

Bei jeglicher Gefahr in den Zügen, welcher Art auch immer, nehmen Sie unmittelbar Kontakt mit dem Zugpersonal auf. Das geht entweder über die direkte Ansprache oder über Sprechstellen in den Einstiegsbereichen. Über die Sprechstelle erreichen Sie bei ansonsten unbesetzten Zügen den Lokführer. Das Personal kennt die internen Meldewege und Ansprechpartner, auf die Sie als Fahrgast keinen direkten Zugriff haben. Es ist auch geschult, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Notbremse ist dazu da, dass Reisende den Zug zum Halten bringen können. Sie ist ausschließlich für den echten Gefahrenfall (in Bezug auf sich selbst, andere Menschen oder das Eisenbahnfahrzeug) vorgesehen und bringt den Zug außerhalb von Tunnelbereichen mit höchster Bremskraft zum Halten. Insbesondere bei Nahverkehrstriebzügen kann die Bremswirkung so stark sein, dass diejenigen umgeworfen werden, die stehen und sich nicht festhalten. Es ist eben eine Notbremse, die dazu dient, Schlimmeres abzuwenden.
Der Missbrauch ist strafbar, deswegen ist auch die Hürde recht groß, diese zu nutzen. In den allermeisten Fällen ist es am besten, das Personal (persönlich, bei unbegleiteten Zügen den Lokführer/die Lokführerin über die Sprechstellen) schnellstmöglich zu informieren, da dieses die Situation besser einschätzen kann und über die nötigen Kenntnisse und Kommunikationsmittel verfügt, um angemessen zu reagieren. Auch wenn man eventuell reflexartig zur Notbremse greifen will, ist zuvor zu überlegen:

  • Ist die Situation wirklich ernst, gefährlich und bedrohlich?
  • Welchen Vorteil hat es, dass der Zug auf freier Strecke steht? Im nächsten Bahnhof stehen Hilfskräfte und Polizei eher zur Verfügung.

Die Türnotentriegelung ist ebenfalls nur für Notfälle da. Während der Fahrt betätigt, löst sie außerhalb der Tunnelbereiche eine Bremsung des Zuges aus. Auf freier Strecke dürfen Sie den Zug nur dann verlassen, wenn das Personal dazu auffordert oder bei unmittelbarer Lebensgefahr. Und es gilt immer, absolute Vorsicht zu wahren und sich gegenseitig zu helfen. Gefahren bestehen beim Aussteigen ohne Bahnsteig durch:

  • den großen Höhenunterschied zwischen Zug und Boden (Sturz),
  • andere Züge auf dem Nachbargleis (Überfahren werden),
  • steile Böschungen, unebenes Gelände (Sturz),
  • herabhängende Stromkabel (Stromschlag).

Feuerlöscher befinden sich in jedem Zug und sind mit den üblichen Symbolen gekennzeichnet. Im Brandfall gilt:

    • Verrauchte Bereiche verlassen.
    • Personal informieren.
    • Löschversuch unternehmen, sofern möglich.

Nothämmer befinden sich in Fensternähe. Bei besonders dicken Scheiben wie im ICE gibt es Sollbruchstellen, die mit einem roten Punkt gekennzeichnet sind.

Fluchtwege sind in Zügen mit den bekannten weißen Pfeilen auf grünem Grund ausgeschildert.

Die Bundespolizei ist für den Bahnbereich zuständig. Erreichbar unter der bekannten 112 oder besser direkt unter 0800 6 888 000. Bei Anruf sollten Sie idealerweise wissen, in welchem Zug Sie sich befinden. Die Zugnummer hilft, Ihren Zug eindeutig zu identifizieren.

Eisenbahnzüge sind öffentlicher Raum und verfügen häufig über Videoaufzeichnung. Das ist jedoch keine Live-Überwachung, sondern dient nur der Vermeidung von Straftaten oder der Aufklärung hinterher. Die Videokameras nützen Ihnen im Gefahrenfall im Zug also nicht unmittelbar – es gibt kein Personal, das dort etwas beobachtet und bei Gefahr eingreift.

Die Beschilderung der Notbremse, des Fluchtwegs und des Feuerlöschers in einem Regionalzug.
Der Nothammer besitzt einen spitzen Dorn, dem das Sicherheitsglas der Zugfenster nicht standhält. Darunter der Fluchtweg und die Beschreibung, wie das Fenster als Notausgang zu nutzen ist.
Sicherheitshinweise im Zug
Türknöpfe zum Öffnen und Schließen im Regelbetrieb und darüber und darunter die Türnotentriegelung.
Sprechstelle und Notbremse
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