Die Prognose von Verspätungen

Es ist zu unterscheiden zwischen einer aktuellen Verspätung und der weiteren Entwicklung der Verspätung. Also:

  • Ein Zug ist in diesem Moment um x Minuten verspätet

ist etwas ganz anderes als:

  • Ein Zug wird in x Minuten eine Verspätung von y Minuten haben.

Generell gehört die Prognose von Verspätungen mit zur schwierigsten Disziplin bei der Bahn – sie ist so schwierig wie eine Wettervorhersage oder die Prognose von Aktienkursen. Nehmen Sie die in der Auskunft hinterlegten Prognosedaten also nicht unbedingt für bare Münze. Diese sind häufig (teil-)automatisiert erstellt und rechnen nur das ein, was sich bis zu diesem Zeitpunkt ereignet hat, was die Disponentin des Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmens im Hintergrund

  • in diesem Moment weiß und
  • welche Wechselwirkungen es mit anderen Einflüssen gibt und
  • was sie rein mengenmäßig bewältigen kann.

Bei einem einzigen verspäteten Zug ist das gut machbar – sofern sich nichts anderes mehr ereignet. Doch bei 20 gleichzeitig verspäteten Zügen auf einer Strecke sind die Wechselwirkungen so groß, dass nicht nur die menschlichen Fähigkeiten, sondern auch die oft nur pauschal agierenden Prognose-Automatiken an ihre Grenzen stoßen.

Außerdem ist die Prognose von Verspätungen naturgemäß dann besonders ungenau, wenn die Störungsursache noch nicht gefunden und behoben wurde. Angenommen, bei einer ganzen Eisenbahnstrecke fällt die Leit- und Sicherungstechnik aus. Dann ist keine echte Prognose möglich, wie lange es dauert, das Stellwerk wieder in Gang zu bringen – Erfahrungswerte können in einem solchen Fall helfen, müssen aber nicht im konkreten Fall zutreffen.

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