Perspektiven

Hinsichtlich der Verspätungssituation ist es kaum realistisch, von einer deutlich spürbaren Verbesserung auf die gesamte Bahn bezogen im Laufe der nächsten Jahre auszugehen. Wahrscheinlicher ist, dass Folgendes eintritt:

  • Strecken, auf denen größere Bauarbeiten zu Ende gehen und hinterher ggf. sogar größere Kapazitäten bei der Infrastruktur zur Verfügung stehen, werden echte Verbesserungen erfahren.
  • Viele andere Strecken hingegen werden sich zunächst verschlechtern, wenn umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt werden oder wo darauf gewartet wird, dass notwendige Bauarbeiten beginnen.

Unterm Strich wird es vermutlich erst einmal – bundesweit betrachtet – nicht besser. Grund: Die Bautätigkeit wird sich aufgrund der signifikant höheren zur Verfügung stehenden Mittel und des großen Nachholbedarfs im Bereich der Infrastruktur generell ausweiten.

Zusätzlich werden mehr Fahrgäste (und das ist das erklärte politische Ziel) tendenziell zu größerer Unpünktlichkeit führen, trotz der geplanten, umfangreichen Gegenmaßnahmen. Und ausgehend von der Annahme, dass langfristig betrachtet immer mehr Fahrgäste unterwegs sind (Verdopplung bis 2030!), sind außerdem je Störeinwirkung mehr Fahrgäste betroffen.

Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass die Auslastung der Strecken tendenziell zunimmt – sei es durch den Personenverkehr, sei es durch den Güterverkehr. Beides sorgt für knapp bemessene Fahrpläne und größere negative Wechselwirkungen.

Auch wird durch die Ausweitung von Integralen Taktfahrplänen (Ziel: Deutschlandtakt) tendenziell eine größere Abhängigkeit in den Knotenbahnhöfen erzeugt.

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