Maßnahmen vor der Fahrt

Schon bei der Reiseplanung empfiehlt es sich, dass Sie sich im Klaren darüber sind, welche Bedeutung die Pünktlichkeit für Sie im Allgemeinen und speziell auf der nächsten Fahrt hat.

Wer wirklich richtig pünktlich sein muss, sei es zu einem geschäftlichen Termin, zum Beginn eines einzigartigen Konzerts mit Ihrer Partnerin oder einem entscheidenden Bundesligaspiel, sollte deutliche Spielräume einplanen und keinesfalls glauben, dass eine perfekte minutengenaue Planung funktioniert. Eine Planung ohne Spielräume kann klappen und wird in vielen Fällen auch aufgehen, sie muss aber nicht. Und für Pendlerinnen und Pendler kann ein Zug früher eine große Entspannung bewirken – alternativ die Vereinbarung von Gleitzeit bei der Arbeit.

Umgekehrt ist eine minutengenaue Pünktlichkeit vielleicht weniger wichtig, wenn Sie einen Ausflug mit Stadtbesichtigung machen möchten.

Zur Planung gehört nicht nur die eigentliche Zugverbindung, sondern es hilft auch, die Wahrscheinlichkeit von Verspätungen einzuschätzen. Zur Hauptverkehrszeit sind Verspätungen wahrscheinlicher, und wenn Baustellen auf Ihrer Strecke liegen, ebenfalls. Dicht befahrene Strecken mit Mischverkehr und solche mit knapp bemessenen Umläufen sind ebenfalls anfälliger.

Es gibt eine Datenquelle, die wertvolle Hinweise zur Wahrscheinlichkeit von Verspätungen liefert: die Pünktlichkeitsstatistik vieler Fernverkehrszüge.

Ebenfalls sind, wo immer möglich und sinnvoll, Direktverbindungen empfehlenswert. Damit entfallen Anschlussverluste automatisch, die oft eine Stunde Zeitverlust bedeuten. Alternativ sind auch stabile Umsteigeverbindungen empfehlenswert, bei denen es nicht um ein oder zwei Minuten Umsteigezeit geht, sondern eher um 10 bis 15 Minuten bei kleineren Knotenbahnhöfen und 20 bis 30 Minuten bei großen Hauptbahnhöfen.

Mit größeren Spielräumen zu planen heißt auch, die dann häufiger auftretenden Aufenthaltszeiten mit positiv besetzten Aktivitäten zu füllen: einen Spaziergang unternehmen oder in Ruhe zu Mittag essen, telefonieren, in der Buchhandlung stöbern – hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Wenn gravierende Wetterereignisse wie ein Orkan über Norddeutschland oder massive Schneefälle mit Sturm und Blitzeis in Sachsen angekündigt sind, sind solche Wetterwarnungen durchaus ernst zu nehmen, zusätzlich ist es wahrscheinlich, dass in beiden Fällen spürbare Verspätungen und Ausfälle von Fernverkehrszügen auch im restlichen Deutschland vorkommen.

Großveranstaltungen (bekannte Publikumsmessen, Bundesliga-Fußballspiele, Kölner Karneval, Oktoberfest, Papstbesuch) sorgen nicht nur für volle Züge, sondern auch für spürbare Verspätungen.

Daraus folgt: Sie verringern die Wahrscheinlichkeit von spürbaren Verspätungen entscheidend, wenn Sie

  • Zeiten und Räume vermeiden, die von extremen Wetterereignissen betroffen sind,
  • Zeiten und Räume vermeiden, in denen Großveranstaltungen stattfinden,
  • Direktverbindungen nutzen,
  • zu Nebenverkehrszeiten unterwegs sind,
  • nicht an Hauptreisetagen fahren,
  • auf weniger dicht befahrenen Strecken reisen,
  • und eher mehrgleisige Strecken nutzen.

Natürlich werden Sie nicht alle Faktoren berücksichtigen können, aber mit jedem Faktor, den Sie ausschließen, wird die Wahrscheinlichkeit einer pünktlichen Fahrt höher.  Hier gilt es, ein Optimum zu finden zwischen Planungsaufwand und Verspätungswahrscheinlichkeit. Das ist mit etwas Bahnreiseerfahrung eine Sache von wenigen Minuten – und die sind gut angelegt.

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