Handlungsmöglichkeiten mit Fahrtalternativen

Ein Zugausfall bedeutet nicht unbedingt, dass Sie nun nur mit großer Verspätung oder gar nicht an Ihr Ziel kommen. In solchen Fällen lohnt es sich, zweimal hinzusehen. Sofern die Strecke nicht komplett gesperrt ist (dazu dann mehr in Kapitel „Streckensperrung„), haben Sie auf dicht befahrenen Strecken, innerhalb von Ballungsräumen oder zwischen zwei Knotenbahnhöfen oft folgende Möglichkeiten:

  • Idealerweise fährt ein Ersatzzug. Die Folgen:
    • Ersatzzüge gehören meist einer anderen Baureihe an, deswegen ist Ihre Platzreservierung nicht mehr gültig, sofern Sie reserviert hatten. Die Reservierungsgebühr können Sie sich später erstatten lassen.
    • Des Weiteren ist es möglich, dass der Ersatzzug unterwegs eine spürbare Verspätung aufbaut. Gründe dafür: 1) Dessen Höchstgeschwindigkeit oder Beschleunigungsfähigkeit ist vielleicht geringer als die des ursprünglich vorgesehenen Fahrzeugs, wenn beispielsweise ein IC statt eines ICE 3 verkehrt. 2). Außerdem kann es sein, dass der Ersatzzug nicht pünktlich bereitgestellt wird. 3) Zusätzlich verlaufen die Fahrgastwechsel in den Bahnhöfen eventuell langsamer als üblich (weniger Türen, schmalere Türen, schwierigere Orientierung).
    • Nicht selten sind Platzkapazitäten und Komfort geringer.
  • Oft stellt das Eisenbahn-Verkehrs-Unternehmen keinen Ersatzzug, sondern es fährt kurze Zeit später oder früher (vielleicht von einem anderen Gleis) ein anderer, regulärer Zug auf der gleichen Strecke zum gleichen Ziel. Dieser ist dann jedoch oft überfüllt.
  • Eine alternative Fahrtmöglichkeit kann auch bedeuten, dass Sie mit einem anderen Zug über eine andere Strecke zum Ziel kommen, ggf. mit Umsteigen.
  • In Ballungsräumen können Sie in solchen Fällen manchmal auf die Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs ausweichen, also auf Linienbusse, Straßenbahn oder U-Bahn. Dafür können zusätzliche Kosten für einen gültigen Fahrausweis entstehen, die Sie jedoch wieder über die Fahrgastrechte erstattet bekommen.
  • Unter ganz bestimmten Bedingungen ist auch eine Taxifahrt möglich, die teils erstattet wird.

Wenn sich aus dem Zugausfall eine Verspätung über 20 Minuten ergibt, dann greifen die Fahrgastrechte: beispielsweise ist – je nach Fahrausweis – die Zugbindung aufgehoben (=>Details).

Grundsätzlich sollten Sie sich überlegen, ob Sie die angebotene Alternative nutzen wollen oder stattdessen von der Fahrt zurücktreten und sich hinterher die Fahrkarte im Rahmen der Fahrgastrechte erstatten lassen. Das kann je nach Situation die bessere Lösung sein.

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